Mittwoch, 28. Oktober 2015

Steinlacken Lackinger Gruft 6841/3

Fast 1 km östlich des Ortes Steinlacken befindet sich die schwer auffindbare "Lackinger Gruft".
Ein etwa 3/4 m großer Einstieg befindet sich in einem Bodentrichter und ist von Steinen verdeckt. Erst dann, wenn man sich ihm auf etwa 2 m genähert hat, erspäht man die dunkle Öffnung im Boden. Diese strenge Verborgenheit im Waldgelände ist auch der Grund dafür, dass diese natürliche Höhle nur den Menschen der unmittelbaren Umgebung bekannt ist.

Weg Beschreibung

Aus dem "Heimatbuch Niederranna" von Franz Draxler 1994:
Angeblich diente die Höhle in den Wirren der Husitten-, Bauern- und Franzosenkriegen als Unterschlupf. Sie wurde während des 2. Weltkrieges und während der russischen Besatzungszeit als Versteck für wertvolle Gegenstände verwendet.
Der Abstieg zur ersten Gruft ist nur durch einen fast senkrechten Schlauch, der durch vorstehende Felszacken stark beengt wird, möglich. In südlicher Richtung öffnet sich ein Raum von ca. 5x4m und einer Höhe von ca 2m.
Das Gewölbe wird von großen und kleinen, lose ineinander verkeilten, teilweise plattenförmigen Felsbrocken gebildet. Von der in einer Tiefe von 5-6m gelegenen oberen Gruft öffnet sich auf der Westseite ein Durchblick zum zweiten Höhlenraum, der um 8m tiefer liegt. Im Bereich des Fensters fällt die 6-7m hohe Felswand teils senkrecht zur Sohle ab. Diese Wand ist nur mit Leiter, Seil oder durch gekonntes Klettern zu bezwingen. Die untere Höhle weist eine durchschnittliche Höhle von 7 m auf. Gewaltige Felsblöcke reichen an manchen Stellen bis zur Sohle herab. Die Höhle ist in der Regel gut durchlüftet und wird manchmal von Fledermäusen bewohnt.
Einstiegs Loch
Abstieg in die 2. Kammer





Montag, 26. Oktober 2015

Engerwitzdorf Sandstollen von Niederthal

Der Sandabbau nahe Engerwitzdorf wird bereits seit Jahrhunderten hier betrieben, und diente als Baumaterial für Häuser in der Umgebung. Die dabei entstandenen Keller dienen bis heute als Lager- bzw. Mostkeller. Von 1934-43 stand der Sandabbau still. Mitte 1943 begann die Wehrmacht unter Einsatz von KZ Häftlingen mit der Erweiterung der Stollen. Schon zuvor trafen sich im Nachbarkeller heimlich NS Sympathisanten um Schießübungen hier abzuhalten, der Schießstand wurde mit dem vorbereiten für die Probe Sprengungen allerdings eingestellt bzw. verlegt. Die Probesprengungen sollten zeigen ob die Linzer Sandstollen einen Bombenangriff standhalten, hier war eine Art Testgelände. Die Sprengkraft der ersten Bombe war so stark gewesen, dass der Stolleneingang einstürzte, heute liegt der Stolleneingang 5 m höher als damals und ist nur mehr per Leiter erreichbar. Auch ein 10 m langes von KZ Häftlingen errichtetes Ziegelgewölbe im Stolleninneren ist noch vorhanden, aber wegen eines verstürzten Stollen nicht mehr erreichbar.

Neben den Kellern befindet sich dieser große Stollen mit einen Stollentiefe von etwa 85 m und mehrere Seitenstollen. Beim Bau durch 20-30 russische Zwangsarbeiter die täglich vom Lager Gusen per LKW her transportiert wurden, wurde des öfteren Essen in die Stollen geschmuggelt.
Hobbit Stollen
Eine 2 Tonnen Luftmine die nicht mehr gezündet wurde, verblieb bis zum Kriegsende im Keller und wurde nach Kriegsende vom Entminungsdienst abtransportiert.

http://stage.ooegeschichte.at/fileadmin/media/migrated/bibliografiedb/katsdorferbhl_4_1-21.pdf
Keller
Keller
Stollen Garage
Party Keller

Skizze
Hauptstollen Eingang




 

 



Heute konnten wir dank der Steggriffe im Sandstein relativ problemlos die ca. 4,5 Meter hohe Wand aufsteigen, zur Sicherheit haben wir einen Eispickel mit dem die Griffe gut erweitert werden konnten. Oben angekommen läuft der Gang tiefer in die Anlage und verzweigt sich in mehrere Gänge.
Hier im Eingangsbereich treffen wir viele Zackeneulen und Höhlenspinnen an, sowie Höhlenschlupfwespen, und olivebraune Höhlenspanner! Ein Gang der nach unten führt erregt unsere Aufmerksamkeit, das Gefälle führt etwa 8m nach unten und setzt sich ca 50m fort ehe der Stollen abrupt endet. Hier fanden wir viele kleine Quarzsteine. Auch an anderer Stelle in einem Verbruch fanden wir interessante Einschlüsse im Gestein. Mitten im Gang ist eine großer Nagel in den Boden geschlagen worden, es ist keine Zweck erkennbar. Verstürzte Gänge sollen angeblich mit Ziegelgewölbe ausgekleidet gewesen sein.





















Dienstag, 20. Oktober 2015

Bezirk Steyr-Land Stollen

Objekte im Bezirk Steyr-Land

Verlagerungen der SDP rund um Steyer waren in Letten, Molln, Pichlern und Sierning.


Da sich aber in diesem Zeitraum täglich etwas geändert wurde auch vergebenst versucht seitens der Geschäftsführung in die Stollen Gusen, Ebensee, Leitmeritz und Stollen bei Graz zu kommen. Da aber Anfang Februar 1944 das Projekt Quarz schon Stand wurde die SDP nach Roggendorf verlagert.
Bis zur Stollen Fertigstellung bei Quarz wurde die SDP auch in die Schwechater Brauerei verlagert.

Bis zur endgültigen Fertigstellung der Untertage-Verlagerungsstandorte Aktienbrauerei (Anmerkg.: Linz) und Quarz (Anmerkg.: Roggendorf bei Melk) wurden einzelne kleinere Fertigungsbereiche nach Ternberg, Rosenau, Rottenmann, Ried und Sierninghofen verlagert. Einzelne Zwischenlager des Wälzlagerwerkes waren in der näheren Umgebung von Steyr angesiedelt worden, und zwar in Pichlern, Reichraming, Neuzeug, Sierninghofen, Waldneukirchen und Kristein. Ein Fertigwarenlager wurde auch in Ried im Innkreis eingerichtet. Dabei wurden neben ehemaligen Fertigungsflächen wie etwa die Primitwerke AG in Pichlern oder der Wahlmühle in Sierninghofen auch öffentliche Räumlichkeiten wie die Turnhalle in Ried und sogar Klein- und Kleinstflächen wie ehemalige Kuh- und Pferdeställe herangezogen.

Jägerbräu Wahlmühle
Werk Letten Heute
Ursprünglich waren beträchtliche Teile der K98-Fertigung im Werk Letten positioniert, kamen aber dann nach Gusen, da nach der Bombardierung des Hauptwerkes in Steyr Teile der Flugmotorenfertigung nach Letten übersiedelten...

Letten

Aschach an der Steyr:
Sägewerk Brandstetter ehem. Fremdarbeiter Wohnbaracken:
Der LS Keller wurde laut Inschrift 1944 erbaut. Laut Zeitzeugen aus der umliegenden Siedlung, umgab das Anwesen (mehrere Blockhütten) ein Zaun mit einem geschmiedeten Eingangsbogen mit der Inschrift: Arbeit macht frei, wie im KZ, der ist allerdings nichtmehr vorhanden ist.
Ältere Zeitzeugen erzählten mir das die einstigen Sägewerksbesitzer mit den NAZIS symphatisierten. Und der ehem. Ortsgruppenleiter vulgo. Heim einen Hof ganz in der nähe hatte.

Kennt wer den Verwendunszweck dieses Bunkers der leider mit Erde "zugeschüttet wurde", nur der Eingangsbereich 3-4m wird von den Blockhütten Mietern als Keller benützt.

Eingangsbereich

Inschirft 1944
versperrter Zugang

Letten:
Teilefertigung MG 42, 270 Pers. auf 1.100 m²
Die Lage eines Munitionbunkers in Letten ist bekannt.
Hierzu gibt es noch eine Geschichte dazu zu erzählen:
"Laut einer Aussage eines Zeitzeugen beschleunigte die Steyrtalbahn immer vor dem Bunker außerordentlich. Zusätzlich gab es einen Sichtschutz zu den Gleisanlagen. Bewacht wurde der Tunnel immer durch SS-Männer."  Die Geschichte mit den Gleisen in den Stollen stimmt angeblich.

Zusätzlich sind wir dann noch auf die Spur eines größeren LS-Bunkers gestoßen, Lage ist allerdings noch nicht genau Lokalisiert. Die LS- Anlage ist "noch offen", sie ist teilweise betoniert. Der Eingang ist unter einem Großen Felsen versteckt, und zwar wenn man von der Steyrtalbundesstrasse von der Tankstelle her kommend Richtung Brücke fährt, muss man kurz vor der Brücke rechts einbiegen und dann der Strasse in südlicher Richtung längs der Steyr folgen. Links ist der Auwald, rechts stehen  alte "Steyr-Werke Häuser" hier ist kurz bevor die Strasse den Berg hinaufgeht rechts im Hang der Bunker gebaut. Auf der einen Seite ist die Mauer, auf der anderen Seite ist der Felsen drüber.
Also genau auf der Höhe der alten Brücke (Holzpiloten im Fluß) hier läuft auch in Ufernähe eine
ca 1 Meter hohe Mauer die Fluss abwärts führt.


Bild Quelle: Ralf aus Neuzeug
Bild Quelle: Ralf aus Neuzeug
Bild Quelle: Ralf aus Neuzeug
Bild Quelle: Ralf aus Neuzeug


Sierninghofen / Neuzeug

Laut Erzählung eines Ehemaligen Werkmeister vor 20 Jahren damals schon um 80 Jahre folgender Sachverhalt:
"Kz Häftlinge marschierten von Steyr Täglich ( Lager Unbekannt) jeden Tag nach Sierninghofen.
Dort wurden im Konglomerat Stollen für die Kugellagererzeugung gegraben.Weiters wurden dort Kugellager erzeugt. Bei Fertigungstoleranzen schaute der Werksmeister großzügig darüber hinweg, denn 1944 war der Krieg sowieso verloren. Darauf Stand die Todesstrafe -Sabotage".
Der Stollen mit einen Starken Schmiedeisengitter war noch im Jahr 1992 zu sehen - weiters waren noch die Fundamente der Maschinen zu sehen. Irgendwann wurde der Stollen so um 1994 zugemauert.
Der Stollen wurde unterhalb der Abbruchkante in den 50 oder 60ern nach einem Felssturz verschüttet, oberhalb bildete sich eine Höhle (Hohlraum) mit 99m Länge.



Eingang
Eingang
Gang
sehr niedrig
ein wertvoller Rückzugsort im Winter
kleine Huffeisennase
Spinne
Polsterhölzer (Stützen)



Sonntag, 18. Oktober 2015

Enns Eiskeller im Eichberg

Zu dieser Exkursion wurde ich eingeladen, und das Angebot war zu verlockend um abzulehnen.
Da ich glaubte den Stollen im Eichberg zu kennen, aber hier offenbarte er seine wahre Größe!

Dieser Eichberg hat auch eine Dunkle Geschichte:
Der Eichberg war auch in den letzten Kriegstagen Ort einer der letzten Kriegsgräuel, Massenerschießungen durch die SS. Zitat aus dem Buch Geschichte von Enns.
Am Nachmittag des 5.Mai 1945 wurden 59 Soldaten am Eichberg Standrechtlich wegen Fahnenflucht erschossen.Vor dem vermeintlichen Stolleneingang steht das Denkmal für die Opfer der letzten Kriegstage.

Der "wahre" Eingang liegt auf der anderen Seite des Eichberges, der Zugang befindet sich in einem Privathaus, wir haben also einen Termin mit dem Besitzer, Er behauptet selbst: nie je im hintersten Teil der Anlage gewesen zu sein. Eine unscheinbare Kellertüre zwischen Wohnzimmer und Gang wird geöffnet, die ersten Meter lassen nichts außergewöhnliches vermuten. der Abgang mündet nach wenigen Metern in einen schräg Gang. Rechts endet er nach etwas 15m in einer gößeren Kammer mit viel Gerümpel überall Reste von der Glasbläserei die einst im Haus gewesen sein soll. Licht durch ein Loch weiter hinten läßt den Garsten des Hauses erkennen.
Links führt der Gang nach etwa 20m in eine Art Halle mit 60m Länge und 8m Breite.
Uns sticht gleich ins Auge das es sich um einen ehem. Eiskeller handelt, die Führungsschienen für den Lift sind noch gut zu erkennen, heute befindet sich überuns das Wohnzimmer.
Auch der Schacht der an der Oberfläche liegt ist am Müll der von oben herein geworfen wurde leicht erkennbar. Eine Türe ohne Griff erregt als nächstes unsere Neugier, sogleich wird sie vom Mieter des Hauses aufgebrochen was allerdings seine Zeit dauert. Wir gelangen in einen großen Rittersaal ähnlichen Keller der wohl vor langer Zeit das letztemal betreten wurde und sich direkt unter dem Garten des Hauses befindet.

In andere Richtung endet die riesen Halle auf einem Schuttberg und ein Schacht so breit wie der Gang geht bis an die Oberfläche des Eichberges, diese ist jedoch mit einer Kappendecke verschlossen. Oben sind diese Stellen eingezäunt. Zwei größere Seitenstollen werden genauer unter Lupe genommen, unter dem Schutt finden wir nicht nur Müll sondern auch Gasmasken, vorsicht ist geboten da der ganze Keller von Entwässerungsrinnen durchzogen ist, ein Zweiter versetzter Schacht führt ebenfalls an die Oberfläche !






EG Denkmal


nach 20m verschüttet

Lüftungs Schacht

Lüftungs Schacht

Sperrzone Kappendecke
Fundstücke im Keller
Skizze