Donnerstag, 6. Februar 2020

Der Erdstall ein Mysterium

Als Erdstall wird im nordöstlichen Alpenvorland ein im Mittelalter von Menschenhand geschaffenes unterirdisches, Gangsystem bezeichnet.

Der Volksmund nennt die Anlagen „unterirdische Gänge“ oder einfach „Geheimgänge“. Vor allem in Bayern ist die Bezeichnung „Schratzlloch“ verbreitet, da sie dem Volksglauben nach von Zwergen  gegraben wurden.  Seit dem 19. Jahrhundert wurde der in Niederösterreich gebräuchliche Begriff „Erdstall“ in der Literatur vorherrschend.

http://www.erdstallforschung.at/?page_id=4
Sollte Sie Geheimgänge kennen, bitten wir Sie, diese der Forschung zugänglich zu machen!

Die Gänge sind meist winkelig angeordnet. In vielen Erdställen gibt es auch Engstellen, die nur kriechend passiert werden können, diese werden als „Schlupf“ bezeichnet.

Selbst geschaffene unterirdische Kunstbauten schufen die Menschen schon vor langer Zeit, beginnend mit Wohngruben der Steinzeit, unterirdische Tempelbauten im Mittelmeerraum, über römische Katakomben und frühen Bergwerksschächten zur Salzgewinnung in der Hallstattzeit, Flucht- und Verbindungsgänge unter mittelalterlichen Wehrbauten. Schon immer machten sich Menschen den "Schoß der Erde" dienstbar.

Zu den Erdställen sind unterschiedliche Sagen bekannt. Allgemein geläufig sind Sagen über unendlich lange unterirdische Gängen, die von A nach B führen sollen. Dies ist ein weit verbreiteter Sagentyp, der oft im Bereich alter Burgen, Klöster oder Kirchen anzutreffen ist. Diese Sagen können auf die Existenz von Erdställen hindeuten, die unglaublichen Ganglängen sind aber reine Phantasie und auf die Angst vor dem Betreten zurückzuführen.


Heute herrscht die verbreite Ansicht, dass die ältesten Erdställe frühestens zur Zeit der bayrischen Landnahme entstanden, möglicherweise zwischen 500 bis 800 n.Chr. aber eher gegen Ende dieses Zeitraumes.

Erdställe unterscheiden sich deutlich von anderen unterirdischen Bauten:
Sie sind völlig von Menschenhand erbaut, besitzen sorgfältig geformte Wandflächen besitzen meist nur einen Eingang sind für heutige Erwachsene nur gebückt oder kriechende befahrbar und weisen zwischen der Kammern schwer passierbare Schlupfe auf.

Die Einwohner von einst hatten geringere Körpergröße welche in machen alten Gehöft auch heute noch an den niedrigen Türstöcken nachvollziehen zu ist.

Es gibt verschiedenste Theorien die den Zweck dieser Bauwerke zu ergründen versuchen:
Die am weiterst verbreitete Ansicht ist wohl, dass es sich um Flucht Bauwerke handelt.
Die Besiedlungsdichte war sehr dünn Krieg und Überfalle und Plünderungen an der Tagesordnung. Man konnte in Sekundenschnelle verschwinden sich förmlich in Luft auflösen, aus dieser Epoche könnte auch der Spruch, "wie vom Erdboden verschluckt" abgeleitet sein.
Im Kriegsfall nach Brandschatzung wäre ein Erdstall eine absolut tödliche Falle, ob dieses Wissen die einfachen Leute besaßen, die weder schreiben, lesen noch der Zahlenkunst fähig waren kann spekuliert werden.

Mache halten die Stollen für Seelenkammern für verstorbene Angehörige, da der Fegefeuer Glaube erst ab dem 12 Jahrhunderte sich etablierte.

Auch wird von manchen die Ansicht vertreten, daß es sich um Prähistorische Bauten handeln könnte.

Zur Zeit sind alleine in Raum Oberösterreich über 250 Erdställe bekannt, viele sind jedoch bereits zerstört worden, verschüttet abgemauert und somit unzugänglich! Kons. Josef Weichenberger ist in Oberösterreich Experte wenn es ums Thema Erstställe geht.

Auch sind Überlieferungen sogenannte Sagen über Zwerge die die Erdställe errichtet haben sollen, teilweise verbreitet.Venedigermandln  auch Walen genannt, waren Bergbaukundliche kleinwüchsige Fremde die im Auftrag fremder Herrscher nach Rohstoffen wie Kupfer, Erz und Kobalt usw. schürften, und dieses Wissen einen Erdstall zu graben besaßen. Wahrscheinlicher aber gruben die kleinwüchsigen Menschen des Mittelalters die Erdställe aus eigenem Antrieb.
Dazu mag die Schutzlosigkeit des einfachen Mannes gegen böswillige Obrigkeit, Räubergesindel und wilde Tiere beigetragen haben, die den Traum von der eigenen Unsichtbarkeit auf verborgene, geheime Gänge und Räume übertragen hat.

http://www.ooegeschichte.at/forschung/heimatforschung/

 Helfen Sie mit das Rätsel zu lösen!

jaeger01@live.at