Freitag, 29. April 2016

Höhlen Schutz






Trage ALLES, was Du in die Höhle mitnimmst auch wieder mit raus!
Hinterlasse keine Essensreste, Verpackungen, Batterien oder Altkarbid. Das gilt natürlich auch für den Höhleneingang und den Weg zur Höhle!
Nimm NICHTS aus der Höhle selbst mit!
Tropfsteine (auch abgebrochene) gehören IN die Höhle und nicht ins Wohnzimmer, wo sie ohnehin nicht mehr besonders gut aussehen.
Verzichte auf ein romantisches Lagerfeuer am Höhleneingang!
Ganz abgesehen vom Ruß, der die Wände und Decke verschmutzt, tötet der Rauch auch kleine Höhlentiere wie Fledermäuse, Käfer und Spinnen, die in Spalten im Eingangsbreich leben und zieht mit dem Höhlenwind mitunter tief in die Höhle, wo er sich tagelang halten kann und den sensiblen Lebensraum von Fledermäusen zerstört.
Manche Höhleneingänge sind mit einer Tür oder einem Gitter versperrt, um diese besonders sensiblen Höhlen zu schützen oder um Fledermäusen einen ungestörten Winterschlaf zu ermöglichen. Brich daher keine Absperrungen auf und beachte Befahrungsverbote für Höhlen.
Hinterlasse keine Inschriften oder Markierungen
in Höhlen oder am Höhleneingang!

Jeder Strich würde nicht nur Dich, sondern auch die nächsten Jahrtausende überdauern. Einzige Ausnahme sind Vermessungspunkte und auch die sollten möglichst dezent angebracht werden.

















Die in den Vereinen organisierten Höhlenforscher  Österreichs sehen den Höhlenschutz als ein wichtiges Aufgabengebiet an, sie setzen auch aktiv Maßnahmen.

Karsthöhlen sind keine isolierten Gebilde, sondern Bestandteil großer Systeme die in den Wasserkreislauf eingebunden sind. Mülleinträge und organische Abfälle können mit dem Sickerwasser sehr schnell und nahezu ungefiltert in das Grundwasser gelangen und dort zur Verunreinigung ganzer Trinkwassergebiete führen.
Zum Höhlenschutz gehört natürlich auch der Schutz der Höhle als Biotop. Daher sollten in der Fledermausschutzzeit vom Oktober bis März keine unnötigen Höhlenbefahrungen in Winterquartieren durchgeführt werden.

Es gehört zur Ethik der organisierten Höhlenforschung in Österreich, Maßnahmen gegen jede dieser Gefährdungsformen zu ergreifen, mit der Zielsetzung eines möglichst unveränderten Erhaltes von Karsterscheinungen und zur Abwehr zusätzlicher Reglementierungen. Dazu zählt ein verantwortlicher und respektvoller Umgang bei der Erforschung und beim Besuch von Karsterscheinungen/Höhlen, der sich weltweit in folgenden Verhaltensweisen manifestiert:
  • Beachtung der gesetzlichen Vorschriften, Besitzerrechte und Rücksichtnahme auf andere Beteiligte (Anwohner, örtliche Höhlenforscher). Die Arbeit von Höhlenforschern soll respektiert werden. Vor Aufnahme von Forschungsarbeiten in einem bestimmten Objekt sollen sich andere Höhlenforscher genau über vorherige oder derzeitige Arbeiten informieren, die von den dort tätigen Höhlenforschern durchgeführt werden, um sich nicht ohne gegenseitige Absprache in deren laufende Projekte einzumischen.
  • Weiterbildung im Hinblick auf richtiges Verhalten im Sinne des Natur- und Denkmalschutzes.
  • Anwendung schonender Befahrungsmethoden (z.B. Elektrolicht, vermeiden von Zerstörung oder Verschmutzung von Speleothemen, Verzicht auf Lärm, Verzicht auf Biwaks in kleinen Höhlen, keine unnötigen Einbauten bzw. ihre Entfernung nach der Erforschung, kein Zurücklassen von Abfällen, keine Massenbegehungen von Höhlen usw.).
  • Anwendung schonender Erforschungsmethoden (keine oder unauffällige Meßpunkte, ggf. Verzicht auf die Dokumentation sehr fragiler Bereiche, Fortsetzungssuche unter Beachtung der archäologischen und paläontologischen Situation usw.). Motto: Nimm nichts mit, laß nichts zurück, zerstöre nichts und schlag nichts tot.
  • Grundsätzlicher Verzicht auf Winterbefahrungen in Fledermauswinterquartieren.
  • Kontrolle über die Befahrungsfrequenzen durch Zugangsregelungen mit dem Besitzer bzw. durch Verschluß gefährdeter Höhlen.
  • Einflußnahme auf schädigende Vorgänge in Karstgebieten bzw. im Umfeld von Höhlen (z.B. Überdüngung, Deponieprojekte, Abbauvorhaben usw.).
  • Öffentlichkeitsarbeit und Abfassung von Publikationen unter den Gesichtspunkten des Karst/Höhlenschutzes (z.B. keine exakten Lageangaben bei gefährdeten Höhlen) und einer fachlich kompetenten Information (z.B. keine persönliche Selbstdarstellung in Abenteuerberichten).
  • Bei einer begründeten Umgestaltung von Höhlen für kommerzielle Zwecke muß die Forderung einer nachhaltigen Nutzung erfüllt sein.

Höhlen waren einst Zufluchtsort und Unterstand der Menschen, heute müssen wir sie vor Zerstörung durch ihn geschützen. Denn Höhlen stellen Besonderheiten dar, und bergen Neues das bis heute noch nicht zur Gänze erforscht ist - Sie sind im Laufe für menschliche Begriffe in unendlich langer Zeiträume entstanden. 

Das Leben in ihnen, unterliegt Bedingungen, die sich von denen der Erdoberfläche stark unterscheiden, sie enthalten Ablagerungen und Funde aus längst vergangenen Epochen, die nur hier im Schoß der Berge erhalten blieben, sie besitzen in Tropfsteinen, Kristallen, aber auch Eisfiguren einen einmaligen, anderwärts nicht anzutreffenden Schmuck. 



Samstag, 23. April 2016

Molln Eiskapelle 1651/3

Vom Parkplatz beim Haslersgatter gehen Wir in Richtung Steyrsteg, vorbei an der Rumplmayrreith und weiter auf einem unbezeichneten Steig zur "Eiskapelle" unterhalb vom Steyreck. Es nieselt bereits bei unserer Ankunft 14:30 ...









Neben uns hören wir das Plätschern der Krummen Steyerling und immer wieder gibt es Blumen zu bewundern. Schon bald erreichen wir die Abzweigung neben der Straße.
Die Abzweigung zur Eiskapelle ist etwas schlecht zu erkennen und der Weg dorthin ist nur mehr mit Steinmännchen gekennzeichnet. Teilweise muss man doch sehr genau schauen um nicht vom Weg abzukommen. Am Übergang bei etwa 1400m Seehöhe hat man eine phantastische Aussicht Richtung Süden zu den Hallermauern und zu den Gesäusebergen, wenn nur heute nicht der Nebel wäre. Nach dem Queren einer Rinne steigt man noch etwa 100 Höhenmeter zum Eingang der Höhle hinunter. Die Eiskapelle deren Eingang steil in den Berg hineingeht, hier entstehen im Winter Eiszapfen die sich oft bis in den Frühling hinein halten.



Rechts, im Eingangsbereich der Höhle die früher auch Teufelskapelle genannt wurde, ist in einer Felsnische eine kleine Statue des Heiligen Antonius aufgestellt und unmittelbar darunter befindet sich auch das Höhlenbuch. Einige Eisskulpturen gibt es in der Höhle auch noch zu bestaunen.








Nach dem Höhlenbuch Einträgen sind wir der Dritte Besuch dieses Jahr, interessant, der Eintrag vom 29. Dezember 2016, daß kein Eis in der Höhle zu finden sei. Der Abstieg ging schnell und bereits um 18h standen wir wieder am Parkplatz.

einzige Fledermaus heute


Montag, 4. April 2016

Wendbach oberes Osthang Revier


Im Wendbachgraben wurden Rad und Hammerwerke betrieben, der hergestellte Rohstoff der sogenannte "rauhe Stahl" war zum Fertigen von Stahl ungeeignet, und musste noch in einem "Gärbverfahren" unterzogen werden (abgekohlt) ehe man daraus Werkzeuge herstellen konnte.
Für das Jahr 1815 ist belget das noch in 5 Stollen gearbeitet wurde.
Als Pölzholz wurden hauptsächlich Fichten und Tannen verwendent, nur wenig ist davon heute noch erhalten. Man versuchte die Erzbildung in natürlichen Klüften und Höhlen zu erschließen. Die Stollen wurden so eng gehalten das ein Mensch sich gerade bewegen konnte, die Wandung wurde stehts glatt ausgearbeitet. Neben dem Erz Braunstein sind in den Stollen noch Minerale Calcit, Gips, Pyrit und Baryt zu finden. Fast alle heute noch befahrbaren Stollenabschnitte sind künstlich erweiterte Naturhöhlen. Einer Karte von 1893 zufolge, gab es im Wendbachtal sieben Herrnhäuser, einen Maierhof und eine Wassermühle.

Historische Karten Dorismap

Schon auf alten Karten sind hier oberhalb der Zöppel Hütte an der "Falknmaur" zwisch klein und groß Dirn, nahe am Kaasbach "Eisenstelln" verzeichnet.


Das obere Osthang Revier beginnt etwa ab 780hm. 


https://vimeo.com/161536552



Wir starteten heute kurz nach 13h ins Wendbachtal und folgten diesmal der Forststraße bis zur Kaasbach Haarnadelkurve.

Von dort starten wir ins weglose Gelände steil nach oben, kurz bevor das Gelände etwas abflachte standen wir vor dem ersten Stollen der einer natürlichen Kluft ins Berginnere folgend, jedoch nach wenigen Metern verstürzt ist.
Wir suchten etwas weiträumiger, unsere Aufmerksamkeit richtete sich auf eine auffällig große Felsmulde, doch leider war hier alles verstürzt, einen Jägersteig folgend zu einer nahe liegenden Felswand, zeigte ein Portal und ein Gang führte in die Finsternis.




Mitten im Stollen Reste von Holzkohle.
Am Ende des Stollens ein Verbruch und wie so oft Knochen eines Tieres. Wir stiegen weiter auf, wieder viele Klüfte die mögliche Abbaue gewesen sein hätten könnten, so steuerten wir einen  markanten Felsgipfel an wo wir eine kurze verdiente Rast einlegten.


Nach der Rast wenige Meter vom Fels entfernt, erste Abbau Halden und Schächte.
Etwas tiefer ein größeres Plateau und mächtige Halden Hügel, sowie mehrere Tiefe Schächte die einer natürlichen Kluft nach unten folgten. Wir hatten zwar ein 25m Halbseil dabei, jedoch keine Aufstieghilfen. Jedoch einer der beiden Schächte schien gerade so noch zu gehen, auch wenn man ein gewisses Risiko auf sich nimmt beim Abstieg.



Man steigt 2 Meter in die natürliche Kluft hinab, und kommt über einen Gang zu einem unterirdisch liegenden Schacht der hier etwa 10-12m nahezu senkrecht in die Tief abfällt, ehe man die Sole des Stollens erreicht.

Versatz
 


Unten verteilen sich die Gänge und führen über Rampen und Schächte noch tiefer in den Berg.
Wir konnten an die 10 Stück Kleine Hufeisennasen und ein Großes Mausmausohr zählen sowie am tiefsten Punkt des Stollens zwei Feuersalamander.

Original Holzleiter
Eine alte Holzleiter führte einst noch tiefer hinab, doch heute ist dieser Bereich nicht mehr passierbar.
Das wieder hinauf kommen war dann doch etwas entspannter als gedacht, jedoch jeder Fehler würde sich bitter rechen hier unten.

Beim weglosen Abstieg ins Tal besuchten wir noch zwei Höhlen die wir letztens vom Gegenhang erspäht hatten. Eine uns nicht bekannte Höhle und die Drei-Eingangslucke mit ihren 3 "Eingängen".  Die unbekannte Höhle ist echt sehenswert, mit schöner Torpfsteinbildung vergleichbar mit dem Nixloch.





Totes Tier