Dienstag, 17. September 2019

Altmannstollen

Mit dem „Altmannstollen“ schuf Michael Altmann auch genannt Muck, aus Leonding ein Zeugnis für die Nachwelt.


Ein etwa 200 Meter langes Stollensystem trieb er im Alleingang in den Kürnberg. Insgesamt 58 Jahre arbeitete er an diesen seinem Stollen. 1958 wollte er als 23-Jähriger auf seinem Grundstück eine kleine Jausenstation errichten, für die er bereits einen kleinen Keller gegraben hatte. Als dieses jedoch aufgrund von Auflagen scheiterte, habe er einfach weitergegraben, erzählt der Altmann.
So entstand ein Stollen der tief in den Kürnberg reicht. Der Stollen geht in einem gewundenen Gang tief unter die Erde, und reicht bis zur Grundwassersohle, welche er als Brunnen nutzte.


In den ersten Jahren arbeitete sich Altmann mittels Spitzhacke durch das Sandgestein. Später kamen auch ein von ihm selbst konstruierter Bohrer sowie Sprengstoff zum Einsatz.


Muck: „In meiner Jugend habe ich Maschinenschlosser gelernt. Zudem bin ich Mitglied bei der Feuerwehr, wo ich das Sprengen erlernte“, sagt Altmann.Die Tonnen an Material, die er per Scheibtruhe aus seinem Stollen holte – an guten Tagen schaffte er rund 30 Fuhren – verschenkte er an Leute, die den Baustoff gut gebrauchen konnten. So war ihm geholfen und den Leuten auch.


Erst im Jahre 2008 stellte der Pensionist aus gesundheitlichen Gründen seine Grabungen ein.


In der Mitte der 1980er Jahre hat Altmann zudem begonnen, sein Stollensystem auch künstlerisch zu gestalten. Überall an den Wänden befinden sich von ihm gefertigte bunte Gravuren, welche vom tiefsten Punkt, dem Grundwasserspiegel, nach oben der Evolution nachempfunden ist.


Muck erzählte gerne aus dem Krieg. Davon wie er auf die „Hitlerakademie“ ging, von seinem Vater der im Krieg gestorben ist. Als 10-jähriger musste er mitansehen, wie die Deutsche Wehrmacht fünfzehn Deserteure erschoss.


Mucks Tunnelsystem ist die Verarbeitung seiner Traumata. In den Winkeln der Höhle finden sich Runenzeichen, Kriegssymbole, kuriose Gestalten, ein Davidstern, "Sonnenräder", pagane Tierwesen. Manchmal träumte er schlecht, dann hätte er am liebsten weitergraben...


Nur eine einzige Türe ist Tabu und bleibt verschlossen, da darf keiner hineingehen : „Das ist sein Geheimnis.



https://dorftv.at/video/26297


Mittwoch, 4. September 2019

Lostplace Rivergate

Völlig unauffällig und etwas verwachsen ist mir dieser Ort schon mehrmals ins Auge gestochen. Über eine nur angelehnte Türe an der Rückseite starte ich in ein neues Zeitreise Abenteuer.


Die Stube wirkt sauber und gepflegt, nahezu Besenrein.

In einem Karton sticht mir ein Zeitungsartikel ins Auge "über Nazi-Bonzen"

Der Deckenstuck zeugt von einer tief religiösen Verankerung der ländlichen Bevölkerung.

Über ein morsche Holzleiter gelange ich in ein kleines Zimmer, welches vor Unrat überquillt.

Alte Kleidung, leere Flaschen, jedemenge alte Haushaltsgegenstände, ein Hauch von Moder erfüllt diesen Ort.

Eine Türe in zwei Metern höhe ohne Treppe erregt mein Interesse.
Irgendwie gelingt es mir die Wand empor zu Klettern, jedoch ein Widerstand scheint die Türe zu blockieren, mit aller Kraft gelingt es mir, mich durch einen schmalen Spalt ins Innere zu zwängen.
Aufgestapelte Ziegel hinterbei erschwerten dies.

Die Stube scheint bis auf den Ofen leer zu sein, jedoch ein Bild erweckt mein Interesse, es scheint eine Dampfmaschine und die Bauersleuchte und seine Knechte zu zeigen, möglicherweise wurde hier gerade das Getreide gedroschen.

In einer Komode mit Gläsern, liegt diese alte Lesebrille

Ein altes Tongefäß ziert eine Wandnische, die Reste der gelben Farbe an der Tapete runden dieses Bild ab.
Über eine Treppe gelange ich in die obere Etage, am Boden fällt mir sofort dieses Bild auf, ein Kriegsheld, ein vom Führer hoch ausgezeichneter Unterseeboot Kapitän, ist auf der Rückseite zu lesen, welcher 1941 von einer Feindesfahrt nicht wiederkehrte.
Im Raum nur eine Komode, so wie ein Museumsreifer Feuerlöscher aus den 1950ern, im Esszimmer
zeugen einige Stühle von den einstigen Bewohnern