Heute steuerten wir das aufgelassenen Magnesit Bergbaurevier in Lassing im Ortsteil Burgfried an. Um 11 erreichten wir das Zielgebiet und stiegen über eine vorerst unscheinbare Viehweide den Bach aufwärts.
Hier mitten auf der Weide befinden sich bereits aufgelassene Betriebsgebäude, und wir erreichen schon bald eine unscheinbare Stelle im Hang. Mein Begleiter wusste hier von einem offenen Stollenmundloch, das er vor rund 20 Jahren hier einen Stollen befahren hatte. Die kleine Öffnung musste erweitert werden um sie schlief bar zu machen.
Und ein schöner kurzer Stollen konnte befahren werden an welchem Ende ein fast senkrechter 50m Schacht ansetzt.
Einzig 2 kleine Hufeisennasen trafen wir in all den Stollen an.
Nach rund 25m zweigt bereits der erste Seitengang ab, und wir konnten uns über ein Betonfundamt 5m in den nächsten Gang abseilen, hier setzten wir einen 2. Anker da wieder ein genau 50m tiefer, mit Polsterhölzern ausgebauter Schacht ansetzt, streckenweise gibt es Holzleitern die aber nicht mehr benutzt werden können!
Wohl der gefährlichste Abschnitt unserer Befahrung.
| oberste Stollenebene |
Nach rund 25m zweigt bereits der erste Seitengang ab, und wir konnten uns über ein Betonfundamt 5m in den nächsten Gang abseilen, hier setzten wir einen 2. Anker da wieder ein genau 50m tiefer, mit Polsterhölzern ausgebauter Schacht ansetzt, streckenweise gibt es Holzleitern die aber nicht mehr benutzt werden können!
| 50m Schacht von unten |
Unten angekommen, ein Grubenhunt und eine große Kaverne etwa 30 x 50 Meter 15m hoch, weiter Gänge führen zu einem Schacht aus dem ein Bach herunter donnert.
Der nächste Schacht etwa 20m tief führt in die tiefste Etage, hier sind die Stollen mit Wasser bis zur Decke vollgelaufen, es gibt hier kein weiterkommen. Nach einer ausgiebigen Pause ging es wieder den 50m Schacht hinauf, mit ca. 15kg im Schleifsack kein Vergnügen. Auf halber Strecke dann löste sich von oben ein Polsterholz, und ein morscher Steher fiel den Schacht wenige Zentimeter an mir vorbei in die Tiefe. Langsam kam das brennen in den Armen und ich musste eine Pause einlegen und stieg dabei auf eine Holzschwelle die jedoch unter meinem Gewicht brach und die ganzen Polsterhölzer samt mir mitriss, nach etwa 1m Meter wurde mein Sturz von der Sicherung gefangen, und es donnerte eine Holzlawine hinterrücks den Schacht hinunter!! Nach dem ersten Schreck ging es schlussendlich ohne Zwischenfälle nach oben.
| zurückgelassener Grubenhunt |
| Schacht |
Im ersten Hauptschacht zurück befuhren wir diesen bis auf den Grund und begingen weitere Stollen und eine große Kaverne. Viele Schächte führen an anderen Stellen ebenfalls in große Kavernen und verteilen sich wiederum in einem Gängelabyrinth.
Sehr gefährliche Orte, vorbei an verfüllten Schächten und Tonnenschwere
Felsbrocken die sich von der Decke gelöst haben, Wasser gurgelt über
alte Leitungen tief hinab. Nach rund 6 Stunden untertage kehrten wir wieder ans Tageslicht zurück.
Die wirtschaftliche Struktur von Lassing bildete über ein Jahrhundert der Bergbau, bis zum Grubenunglück von Lassing. Die Österreichisch-Amerikanischen Magnesit AG betrieb bis 1964 in der Gemeinde ein Bergwerk und einen Verarbeitungsbetrieb im Ortsteil Burgfried.
Schließlich kaufte 1949 die Österreichisch-Amerikanische Magnesit AG in Radenthein den Betrieb und das Gelände. Da das Lassinger Rohmagnesit stark eisenhältig ist und dies zu dieser Zeit für die Produktion von Radex Steinen nicht mehr notwendig ist, wird die Produktion nach und nach zurückgefahren. Schließlich wird der Betrieb 1963 ganz eingestellt.
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| Magnesitwerk 1960 |
Quellen
Schneider, Benedikt: 950 Jahre Lassing, 1986
Wohlgemuth, Franz: Geschichte der Pfarre Gaishorn und des Paltentales. Röm.-kath. Pfarramt Gaishorn, Gaishorn 1955
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