Freitag, 21. April 2017

Lostplace Hill with Eyes




Wir parkten nicht sehr weit abseits in einer Kehre, was sich später als beinahe fataler Fehler herausstellte, und schritten die Straße hinab bis zum Objekt unserer Begierde. Die Haustüre schien verschlossen zu sein, so dass wir hinter dem Haus durch ein offenes Fenster ins Innere klettern, unsere Zeitreise konnte starten!
Sogleich traten wir in den ersten Raum, ein Badezimmer mit einer Tapezierung aus den 1970ern weiter in eine gangartige Küche mit Ofen an der Wand ein altes Puch Fahrrad.

Die Stube leer einzig die schweren orangen Vorhänge zieren den Raum. Hinter der Haustüre eine Bierkiste mit abgelaufenen Bier, Unrat liegt am Boden verstreut. In einem weiteren Raum eine hölzerne Treppe die nach oben führt, Wind faucht kühl durch die vergitterten glaslosen Fenster.


Wir stecken den Kopf nach oben und staunen nicht schlecht! In einem beinahe völlig leeren Raum steht ein uralter Kinderwagen! Freudig begutachten wir den Fund und seinen Inhalt akribisch, doch plötzlich hören wir ein Motorengeräusch was sich verlangsamt und direkt vor dem Haus zu stehen kommt, ein vorsichtiger Blick aus den vergitterten Fenstern bestätigt unsere schlimmsten Vermutungen! 

Wir warten kurz zu, es ist nicht klar ob bereits wer aus dem Fahrzeug ausgestiegen ist. So ergreift uns langsam Panik, der Puls steigt, unsere Blicke nach Außen gerichtet laufen wir leisen Sohlen Richtung Einstieg, um unsere eventuelle Flucht zu planen. Es vergehen Bange Minuten des Wartens, jedes Geräusch wird mit Aufmerksamkeit verfolgt, ehe wir erleichtert den Motor starten hören. Doch so sicher fühlen wir uns nicht mehr, ob wir entdeckt wurden ist nicht klar. Wir beschließen wieder ins Obergeschoß zu schleichen, am Boden flattert ein Zettel, in Kurrentschrift verfasst, mit Stempel und Marken, nach näheren betrachten entpuppt es sich als ein Grundstücksbescheid aus der Kaiserzeit!!
 
Auch ein weiterer Zettel erweckt unsere Neugier, über eine Einweihung eines Kriegerdenkmals im Nachbarort, mit den Namen aller einheimischen Gefallenen des 1. Weltkrieges. Während wir unsere Bilder schießen fährt erneut ein Fahrzeug langsam an unserem Fahrzeug vorbei, kurz darauf kommt es aus gegengesetzter Richtung und bleibt kurz stehen. Wir haben es hier mit sehr aufmerksamen Mitbürgen zu tun, so legt unsere Erkundung an Tempo zu.


Hinter einer alten Holztür die der Wind mehrmals schon auf und zu schlagen hat liegen Zeitungen verstreut am Boden ein Gebetsbuch aus dem Jahr 1891, Pornohefte sowie mehrere Patronenhülsen, der Dachboden ist leer. Mit dem Gefühl beobachtet zu werden verlassen wir das Haus über die Rückseite und schauen das wir unser Fahrzeug so schnell wie möglich erreichen und das Weite suchen! Man wurde dies Gefühl nicht los, als hätte der Berg hier Augen gehabt!















Mittwoch, 19. April 2017

Lostplace Waterflow

Über ein weites Feld nähern wir uns dieser Zeit Kapsel, durch hohes Gras erreichen wir die Hintere Hoftür die weit offen steht, schon im ersten Lichtschein ist ein her unten liegender Dachstuhl zu erkennen.
Hinter einer Garagentüre steht ein altes Puch Maxi, der Wind faucht im Hof und das sprudeln von Wasser verschmelzen zu einem Geräusch, in einen Beton Grander läuft Wasser, druchs Dach erblickt man die Gemäuer, Balken hängen von der Decke.




Der Lichtkegel erfasst einen Torbogen, hinter Dickicht verbirgt sich ein Gewölbekeller, der Boden ist matschig und mit Moos überzogen eine Falltür führt nach oben, jedoch lässt sie sich nicht nach oben drücken. Über dem Gewölbe ein alter Türstock der fast schon aus der Mauer bricht, vorsichtig klettere ich die brüchige Mauer hoch, und betrete den Raum dahinter. Alte Flaschen bedecken den Boden, der Nebenraum ist beinahe eingestürzt einzig der Kachelofen wartet hier auf sein Ende,

hinter bei die ehemalige Küche mit gemauerten Ofen. Hinter dem nächsten Eck eine Toilettenschüssel durchs Fenster hinter bei hat sich Efeu bereits den Weg ins Innere gebahnt, das Bad in Blau gehalten in die Badewanne hängen Balken schräg von der Decke, sie ist voll mit morschen Holz.
Wir steigen die steile Treppe nach oben und öffnen die Luke, und wir spüren sofort den Regen, das Dach fehlt hier bereits Pflanzen und Moose besiedeln bereits den Boden, vereinzelt wächst ein Baum empor.
Beim Verlassen fällt uns ein Türstock ins Auge, den eine Jahreszahl schmückt: IHS 1793, der Raum dahinter ist völlig eingestürzt die Deckenbalken liegen kreuz und quer. Über einer Türe hängt ein Bettende in den Raum, wir räumen den Schutt von der Falltür und steigen in den Gewölbekeller ab und verlassen begleitet vom rauschenden Wasser diesen Ort und suchen den Weg zurück ins Jetzt.














Mittwoch, 12. April 2017

Linz Maximilianische Turmlinie

Am Bau der Türme waren zeitweise bis zu 3.000 Arbeitskräfte beschäftigt. Im Juli 1832 besichtigte der Kaiser den Baufortschritt. 1836 war der Befestigungsring vollendet. Er bestand aus 27 Normaltürmen, 5 Segmenttürmen, zwei Vorwerken, zwei kasemattenartige Batterien und dem Fort auf dem Pöstlingberg. Ein projektiertes Fort auf dem Kürnberg kam nicht zur Ausführung. An weiteren 20 Stellen war der Bau von Zwischenbatterien geplant. Zwischen den Türmen verlief eine Versorgungsstraße. 
Turm 20 "Cäcilia"
Auch eine Palisadenlinie sowie Laufgräben waren vorgesehen, die im Kriegsfall die Türme miteinander verbunden hätten. Sinn der Anlage war es, die feindliche Artillerie soweit auf Distanz zu halten, dass ihr eine Beschießung der Stadt unmöglich war. Daher wurden die Türme in einer Entfernung von mehreren Kilometern vom Stadtzentrum angelegt, was damals außerhalb der Reichweite der Kanonen lag. Die sog. Normaltürme glichen einander im Aufbau, doch kam es geländebedingt gelegentlich zu Abweichungen. Der Abstand zwischen ihnen (ca. 600 m) war so bemessen, dass sie sich gegenseitig decken konnten. Wäre ein Turm erobert worden, so hätte er von den beiden benachbarten aus beschossen werden können. Die Türme waren 13 m hoch und hatten drei Geschosse und ein Geschützverdeck. Dieses war in Friedenszeiten überdacht, doch konnte das Holzdach im Ernstfall abgenommen und als Mannschaftsunterkunft verwendet werden, so dass der Dachraum zu einer Wehrplattform wurde, auf der zehn 18pfündige Kanonen aufgestellt waren.


Die Plattform war mit einer kreisrunden Brustwehr versehen. Im darunter liegenden Schartenstock standen 7pfündige Haubitzen. Im Wohnstock konnten 60 Soldaten und Offiziere untergebracht werden. Darunter befand sich der Magazinstock, in dem Munition und Lebensmitteln für vier Monate gelagert werden konnten. Die Wasserversorgung wurde durch einen Brunnen oder eine Zisterne gesichert. Im Magazinstock befanden sich auch Werkstätten und die sanitären Anlagen. Der Grundriss der Rundtürme bestand aus drei konzentrischen Mauerringen. Der äußere Durchmesser betrug 35 m. Die unverputzten Außenwände wurden aus Bruchsteinen aufgemauert und mit Granit verkleidet, die Errichtung der Gewölbe sowie der Innenausbauten erfolgte in Ziegeltechnik.






Die 13 Meter hohen Normaltürme, von denen insgesamt 27 gebaut wurden, bestanden aus drei Geschossen und dem Geschützverdeck, das in Friedenszeiten überdacht war. Die aus Bruchsteinen aufgeführten Hauptmauern der sich nach oben verjüngenden Türme bildeten im Grundriss drei konzentrische Kreise. Alle Gewölbe und Zwischenmauern wurden aus Ziegelmauerwerk errichtet. Die Türme -waren bis zum zweiten Geschoß in die Erde versenkt, sodass das rundum laufende Glacis aus Erde nur mehr ein Stockwerk hoch aufgeschüttet werden musste. Die Entfernung zwischen Glacisrand und Turmverdeck betrug ebenfalls 13 Meter. Der an der Sohle befindliche Umlaufgraben war gepflastert.






https://www.leonding.at/de/freizeit/kultur/turm-9-stadtmuseum-leonding/

Montag, 10. April 2017

Ebelsberg Schloßbergstollen II

Heute hatten wir die Gelegenheit im Zuge von Baustellenarbeiten das Areal einer ehemaligen Fleischerei in Ebelsberg zu befahren, er ist einer von zwei Schlossbergstollen. Und so tauchten wir hinter einer alten Garagentüre in die Dunkelheit ab. Der Vorraum ist kaum zwei Meter und die nächste Türe folgt, ein Aggregat ist oberhalb des Tores montiert, tritt man durch das zweite Tor, so befinden sich an der Wand die dazugehörigen Kühlrippen.

Dieser kurze Eingangsteil wurde definitiv als Kühllager benutzt. Es zweigt eine Blindgang einige Meter links ab. Man durchschreitet ein weiteres Tor und steht direkt vor einem tief in das Gestein geschlagenen Brunnen, zwei Windkessel stehen hinterbei in einer Nische.



Nun folgt man dem Verlauf und steht vor den einstigen Luftschutztunnel, die Doppel Riegeltüren aus Beton tragen die Aufschrift "Lebensgefahr" in roter Farbe, und stehen halb offen. Ab hier fällt das Niveau des Stollens stark ab und macht eine 90 Grad Biegung nach links. Es liegen hier unzählige Kübel Schutt und Müll.
 


Nach wenigen Metern ist die Talsohle erreicht und ein Gang zweigt rechts ab, wir folgen gerade weiter bis sich der Gang zweiteilt, davor ein kleiner Schacht im Boden, aber der Blick nach oben gibt einen Notausstieg frei mit zwei zwischen Etagen.


Wir klettern vorsichtig bis zur ersten Etage in der 2 Sessel stehen, da die Eisenklammern immer lockerer weden, belassen wir dabei.


Wir folgen der Abzweigung nach rechts welche nach wenigen Meter abermals nach rechts abbiegt, vor uns taucht ein altes Holzfass und Schläuche auf, ein Gang der links abzweigt wurde nicht mehr weiter getrieben, und man blickt auf Gestein. Der Hauptgang endet nach weiteren zehn Metern abrupt durch Versturz! Das Fass deutet auf eine frühere Nutzung als Braukeller hin.

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Schloßbergstollen I

Josef Weichenberger fand nicht weniger als fünf teilweise sehr interessante Objekte hier in Ebelsberg, davon zwei Stollen (Schloßpark) , einen unterirdischen Laufgang, einen Großbunker und eine sehr niedrige aber lange und winkelige Lehmhöhle.

So berichtete auch die Ortsgruppe der NSDAP Ebelsberg in ihrem Abschluss Bericht 1944 vom schleppenden Fortgang der Arbeiten am Schlossbergstollen: "seit Februar 1944 wird geplant, gemessen und gebaut und erst 13m Stollen sind das Ergebnis! Von denen noch kein einziger Meter fertig zur Benutzung übergeben werden konnte.
Dies dürfte wohl die Lage des gesamten zivilen Luftschutzes in Gau wiederspiegeln!