Mittwoch, 29. November 2017

Windischgarsten Silberlucke

Der Salzabachgraben frisst sich zwischen Wurbauerkogel und Sengsengebirge tief in den Berg.
Erst in der Klammstrecke der Saurüsselmauer münden aus Opponitzer Kalk einige Quellen von Süden ein. Besonders die oberste Quelle ist bemerkenswert, sie kommt aus einem alten 10m langen Bergwerksstollen und schüttet gut 2 Sekundenliter.
Wir trafen uns also mit einem alten Jäger, der uns erzählte, dass die Silberlucke seit den 30er Jahren geben soll, sie aber schon seit geraumer Zeit durch Hangrutsch verschlossen bzw. nur mehr wenige Meter befahrbar sein soll. In den 60er Jahren soll sie scheinbar noch befahrbar gewesen sein, erzählte er uns. Wir wollen diesem Geheimnis natürlich selbst auf den Grund gehen und folgen den Bach aufwärts! Unser Vermutung ist das dieser Stollen weit älter ist...  jedoch gestaltet sich durch den ersten Schnee die Wegbahnung äußerst schwierig. Steile rutschige Hänge eine canyonartige Schlucht der man teilweise nur im Bachbett folgen kann, völlig durchnässt und matt treffe ich nach zwei Stunden wieder beim Schluchteingang ein ohne den Stollen gefunden zu haben.

Salz gab dem Salzabach seinen Namen, aber Salz kommt schon lange nicht mehr darin vor. Es muss aber einmal am Wurbauerkogel eine Saline gegeben haben, denn zweimal ist in alten Bamberger Urkunden davon die Rede.

Quelle: „Bamberger Rechte und Einflüsse in Österreich“ Urmap
Auch der Name „Bannholzmauer“ dürfte ein gewichtiger Hinweis auf die schon im 12. Jahrhundert betriebene Salzgewinnung sein, denn nach einer kaiserlichen Verfügung ist jeder Wald rund um ein Bergwerk ein Bannwald. Wahrscheinlich hat es sich nur um einen kleinen Salzstock gehandelt, der bald aufgebraucht war und das Ende der Saline brachte.
Eine Saline (salzhaltige Quelle) im Panholz bei Windischgarsten ist nämlich vorhanden,
auch der Name Salza spricht dafür. Übrigens mag diese Saline, von der wir heute offenbar nur geringe Überreste haben, einmal größere Bedeutung gehabt haben; ist doch die Saline in Windischgarsten selbst plötzlich aufgebrochen und später wieder versiegt.
Der Wuhrbauerkogels der Hausberg Windischgarstens hieß damals der „Große Gunst". (im Mittelalter als „Stein" oder „mons Asiech" bezeichnet)

Desgleichen findet sich im Bannholze westlich von Windischgarsten eine von Rehwild häufig besuchte, sumpfige Mulde mit Sole, weiteres eine Salzquelle auf dem Grunde des „Bauern am Pyhm" von 2% NaCl, der Gehalt, ist so mächtig, dass sie trotz wiederholter ärarischer Verschlagung immer wieder ausbricht. Der Bauer betrieb zur Jahrhundertwende einen "Kurbetrieb" wo in Holzwannen Gäste zum Bade kamen.
Solen um Windischgarsten, findet man Rande des Rotenmoos-Torfmoores, weiter in der Ötz und im Sulzgraben in der Gegend des Bodinggrabens um Spital am Pyhrn (Frumaneralm, Gamering), eine mächtige Salzquelle in der Laussa, sowie im Bosrucktunnel.

Sonntag, 26. November 2017

Lostplace Opelgang

Wieder treibt es uns hinaus auf der Suche nach einer Zeitreise, die Vergangenheit liegt vor uns!
Schon von der Waldlichtung erspähten wir im leichten Dunst das Gehöft, und nähern uns.
Hinterbei ein windschiefer Schuppen, der unser Interesse bannt, im Dunkel des Schuppens verbirgt sich ein Oldtimer.



Ein verzogenes Scheunentor lädt uns ein, und schon verschwinden wir im
Schutze des Hofes, welcher völlig mit Bäumen überwuchert ist. Im Dunkeln einer Stube, umspannt eine hölzerne Bank den Raum in der Mitte liegen die Reste eines Kachelofens, die Tür in den nächsten Raum fehlt gänzlich.
 
Über uns ein alter Deckenstuck welcher sich bereits Stück für Stück von der Decke löst. Eine hölzerne Treppe führt ins Obergeschoss dessen Lichteinlässe auf Fußbodennivau kaum Licht in den niederen Raum lassen.


Auf einem Tisch liegen Zetteln und einige Gebrauchsgegenstände, ein Wandkasten in der Ecke gibt Poster leicht bekleideter Damen frei, über einen Deckenbalken hängt ein abgetrenntes Seil.
 

Im Vorraum eine Falltüre, wir treten hinab ins dunkle eines kleinen Kellergewölbes. Hier steht ein altes modriges Krautfass sowie ein hölzerne Schubkarre.

Überall verrotten alte Gerätschaften, Schleif- und einen Mühlstein sowie ein Stromaggregat mit Riemenantrieb, welches eine Kreissäge antrieb.
Über ein unvergittertes Fenster verlassen wir diesen einsamen Ort unberührt, wie wir gekommen waren.
Auf der Heimfahrt fällt uns noch ein besonders Schmuckstück ins Auge... schnell einige Fotos gemacht und schon endet unsere heutige Zeitreise


https://vimeo.com/245439916





























Freitag, 24. November 2017

Liezen Arzberg

Der Bergbau und die Gewinnung von Eisen waren bis in das 19. Jahrhundert von ganz besonderer Bedeutung für den Ort Liezen. Die Suche nach dem wichtigen Metall setzte frühzeitig ein. Schon 931 wird ein Schürfrecht am Gameringberg bei Wörschach erwähnt. Der Grundbesitzer war das Erzbistum Salzburg. Der Eisenbergbau am Salberg, wo damals das meiste Erz gewonnen wurde, wird erstmalig in Urkunden des 13. Jahrhunderts erwähnt. Auf einer Karte von 1794 sind am Salberg noch 25 Stollen verzeichnet. Die Ausbeute war so ergiebig, dass im Dorf Liezen mehrere Eisenwerke bestehen konnten. Am Bergbau einschließlich der Rösterei waren gegen 100 Arbeiter beschäftigt und wurden jährlich etwa 100.000 Ztr. Erz gewonnen. Das dort gewonnene Erz wurde dann in „Schweinehäuten“ in den sogenannten Arzkasten gezogen. Die heute noch bestehenden Wege, der obere und der untere Reiterweg sowie der Knappensteig wurden damals schon errichtet und benützt.




 


Die Besitzer wechselten mehrmals; u. a.  waren dies das  Stift Admont und das Stift Spital am Phyrn.  1819 ging das Werk und der Bergbau um 65.000 fl an die v. Fridau`sche Familie über bis schließlich 1853 der Eisenbergbau vom Gewerken Josef Pesendorfer übernommen wurde. Die Erben Pesendorfers stellten den Bergbaubetrieb am Salberg wegen zu geringer Ergiebigkeit in den 1870er Jahren ein. Der Betrieb des Schmelzofens wurde jedoch weiterhin aufrecht erhalten. 



Auf unseren Weg zum Salberg über Liezen folgten wir den alten Knappenweg ehe wir auf den ersten Stollen trafen, ein weiterer konnte unterhalb gefunden werden, jedoch bereits druch den Straßenbau unpassierbar, am Rückweg direkt neben dem Forstweg ein weiteres unscheinbares Mundloch was befahren werden konnte.





Als Ursprung des am Pyhrnbach gelegenen Schmelzwerkes in Liezen - der späteren Amalienhütte - gilt die Erzverhüttung auf dem Salberg. Der Zeitpunkt der Verlegung der bisher nur durch Schlackenfunde nachgewiesenen Salberger Öfen in das Tal ist nicht bekannt, wahrscheinlich im 14. Jahrhundert.


https://www.liezen.at/images/picdb/84/hochofenampyhrnbach.pdf






Sonntag, 5. November 2017

Scharfling Tunnel Sperre Lueg


Die Salzkammergut Lokalbahn wurde August 1890 und 1894 in mehreren Bauabschnitten errichtet. Die Strecke führte von Salzburg über Mondsee, dem Mondsee entlang über den Scharflingpass nach St. Gilgen. Sie wurde 1957 eingestellt und die Strecke in kürzester Zeit abgebaut. Später wurden die Tunnel für militärische Zwecke adaptiert.
Die stärkste Verteidigungsanlage befand sich hier auf dem Pass Lueg. Die Werke waren mit Stromaggregaten und Wasserquellen autark; die Munition war vorbereitet. Telefonverbindungen führten zu den militärischen Knotenvermittlungen. 
Die Sperrkompanie Pass Lueg, ein Milizverband, übte regelmäßig. Die Einsatzbefehle lagen fix und fertig in der Schublade. Von der Sperre der Eisenbahn- und möglichen Sprengung der Autobahnbrücken bis hin zur Zielpunktskizze der Panzerabwehrkanonen mit den Entfernungsangaben war alles vorbereitet. Benötigt wurden die Anlagen zum Glück nie. 
1994 waren die Befestigungen in Salzburg fertiggestellt; zuletzt ein Bunkersystem in St. Michael im Lungau zur Bekämpfung von Luftlandetruppen. Da war der Kalte Krieg bereits zu Ende. 
Zwei Jahre später wurde 1996 mit dem Rückbau der Anlagen begonnen und die bei den Sperrstellen lagernden 2 225 Panzerigel wieder eingesammelt.

Zunächst wurde die "Feste Anlage Lueg" auf der rechten Salzachseite errichtet. Mit der Ära der Raumverteidigung bekam der Pass Lueg erneut strategische Bedeutung. Das 1979 in Kraft gesetzte Konzept des Armeechefs Emil Spanocci sah keine starre Verteidigungslinie an der Staatsgrenze vor. Die Schlüsselzonen waren mit insgesamt rund 550 Bunkern verstärkt.

Die letzten Stellungen auf dem Pass Lueg wurden erst in den späten 1980er-Jahren fertiggestellt.

Der Zeitzeuge, Sepp Gruber erinnert sich:
 "Wir haben 1983 einen weiteren Unterstand für einen Zug errichtet, der die Außensicherung der Anlagen übernehmen sollte. Das Wasser für das Nassbohrgerät musste mit Kanistern auf den Ofenauerberg getragen werden. Man kann sich vorstellen, dass wir sehr sparsam damit umgegangen sind. Auch das Baumaterial wurde von Trägern auf den Berg geschleppt. Weil alles streng geheim war, wurde jeder, der zum Einsatz kam, vorher vom Abwehramt überprüft.
Beim Unterstand wurden erst Bohrlöcher bis zu einem Meter in das Gestein getrieben, dann wurde gesprengt. Den Abraum transportierten die Soldaten in Schubkarren aus dem Stollen."
 




https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburgs-streng-geheime-bunker-im-kalten-krieg-2468857






Scharfling Eisenbergbau

Scharfling liegt südöstlich der Drachenwand am Südostufer des Mondsees an der Mondsee Straße B 154, die von St. Gilgen nach  Straßwalchen verläuft. Hier in der Nähe des  Lehner Marterl

befindet sich im Hang oberhalb wenige Schritte von der Straße ein mittelalterlicher Bergbau der auf Eisen getrieben wurde. Die in der nähe liegende Eisenaualm, wurde schon 1550 als bedeutende Alm erwähnt. Hier wurde auch ein kleiner Bergbau auf Eisen betrieben, von dem diese ihren Namen hat.




Das Erzbistum Salzburg gehörte um 1506 zu den vornehmsten und wohlhabendsten Bistümern. Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach schlug großen Nutzen aus dem Berg-, Salz- und Goldbergbau.
Das Stollen Mundloch liegt in einer kleinen Senke, hier scheint man der eisenführenden Kluft gefolgt zu sein. Tritt man ein steht man in einer Kammer, von welcher zwei Gänge ansetzen, einer links leicht nach oben laufend und zusehends nieder, Bohnerz ist hier gut zu erkennen. Der zweite wurde vorwärts leicht nach rechts geneigt in den Fels getrieben, und endet in einer Kreisrunden Kammer. Dieser Hauptstollen ist aufrechten Ganges befahrbar, und an der Sole schlammig und nass.
 

Bohnerz



Kenntnisse der Eisenverarbeitung wurden durch Mittelmeervölker verbreitet. Der Abbau von Eisen entwickelt sich, ebenso wie der Salzbergbau, rasch.