Sonntag, 18. Februar 2018

Molln Gaisberg Update

Bergbau und Eisenverarbeitung spielen in der Geschichte Mollns eine große Rolle. Die Anfänge in Molln reichen vermutlich ins 13. Jahrhundert zurück, urkundlich bezeugt ist er erstmals um 1570. Die Sage vom "Gaisbergmandl" ist ebenfalls ein Hinweis auf frühen Bergbau. Es gab auch einen Bergbau auf Blei am Gaisberg bei Molln, der auf die Zeit um 1780 zurückfuhrt, jedoch  kaum über das Schurfstadium hinausgegangen sein dürfte.Wirtschaftlich wichtiger waren die Eisenerzvorkommen!
In der "Josefinischen Fassion"  findet sich aus dieser Zeit folgender Hinweis: "Es befinden sich auf dem Gaisberg zwei Stollen, aus welchen sehr gutes jedoch weniges Eisen gebrochen wird."
Auf dem Sattelflur der angrenzenden Kampwiese fand man einst die Spuren alter Siedlungen, Umrisse kleiner Hütten und Gärten.

Da wir letztesmal unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten da die Vegitation zu übermächtig war, hatten wir auch heute Sorge, dass wir unter der 40cm hohen Schneedecke die Eingänge nicht wieder finden!
Jedoch konnte zu unserer Überraschung ein Zugang zügig gefunden werden, hinter dem dampfenden Loch geht es allerdings beinahe 4 Meter senkrecht in die Tiefe, ohne Hilfsmittel gelangt man hier nicht mehr heraus!
Ein weiteres Mundloch konnte nur nach einigen graben vom Schnee befreit werden.
Auf dem Rücken rutschte ich gut 3 Meter ins Loch hinab ehe sich der Raum erweitert.
Hinterbei öffnet sich der Gang, schon gleich muss eine ein Meter hohe Mauer aus Versatzsteinen überwunden werden. Knapp einen Meter breit führt der Stollen tiefer in hinab, vorbei an glatten Wänden, über bereits verbrochene Engstellen oft weinger als 50m Breite.


An manchen Stellen finden sich sogenannte Polsterhölzer eine Stollenzimmerung ist nirgends erhalten, im Eingangsbereich hängen Wurzeln von der Decke und einige Spinnen und Höhlenlangbeine sitzen auf den Felsen.
Amilenus aurantiacus
Sporadisch finden sich beidseitig Lichtnischen in den Fels gehauen. Einzig zwei kleine Hufeisennasen konnten im Berg angetroffen werden.
Kleine Hufeisennase
Teilweise gewinnt der enge Stollen, wieder einige Meter an Höhe. Hier muss eine Verbruchstelle passiert werden ehe man in die hintersten Bereiche gelangt. Besser man berührt hier keine Wände, die Felsbrocken hängen sehr lose an den Wänden, jederzeit können größere Teile von der Decke sich losen und einen verschütten!!
Am Ende des Stollens befindet sich an der tiefsten Stelle eine kleine Lacke, auch die Art den Vortriebes ist hier noch gut zu erkennen und weist den Stollen als einen der "jüngeren" aus.
Die geringe Mächtigkeit der Erzlager, kleiner Eisengehalt und Hochwasserschäden an den Verhüttungsanlagen verursachten laufend Schwierigkeiten und längere Betriebsunterbrechungen, sodass der Abbau dann spätestens gegen Ende des 18Jahrhunderts endgültig eingestellt worden sein dürfte.

Sonntag, 11. Februar 2018

Lostplace Adi´s Scheißhaus

Langsam kurven wir durch ein enges Tal, das Sat-Bild läuft am Navi mit, es scheint keine Zeitreise unsere Wege zu kreuzen. Doch plötzlich wie aus dem Nichts, auf einer Anhöhe hoch über dem Tal erscheint die Silouette eines scheinbar sich selbst überlassenen Gehöfts. Ein Blick auf das Display treibt uns Vorfreude ins Gesicht.
Weit abseits bleiben wir stehen und nähern uns unauffällig, schon von weitem stechen uns zerborstene Glasscheiben ins Auge, erst beim näher kommen ist der Grund dieser Scherbenpracht ersichtlich, teile des Obergeschosses liegen bereits im Erdgeschoss.


Gelangt man ins Innere so herrscht in den meisten Räumen ein luftiger Blick nach oben, einzig im Eingangsbereich scheint die Statik noch dem Verfall zu trotzen.

Eine sehr holprige mit Schütt übersäte Holzstiege lässt unserer Neugierde keine Ruhe, und so Tasten wir uns vorsichtig ins Obergeschoss, dessen Fussbodenbretter sich bereits verdächtig nach unten neigen.

Sogleich wurde unser Risiko belohnt!
Das einzige was hier auf uns gewartet hat, ein wunderschöner kleiner weisser Tischherd aus Omas Zeiten, sowie im nächsten Raum eine auf Schutt wachsende Gebäude-Flora.

Eine weit geöffnete Falltüre führt ins dunkle eines Gewölbekellers, die spärlichen Lichtstrahlen streifen Glasflaschen und Körbe.
Ansonsten scheint das Haus nahezu leergefegt zu sein, einige Funde scheinen darauf hinzudeuten, dass es bereits in den 1950ern sich selbst überlassen wurde.
Als wir einen Blick auf das Stille Örtchen werfen staunen wir nicht schlecht.
Eine Zeitungslektüre die als Unterlage und Klopapier diente sticht uns ins Auge 
So hat machne braune Lektüre ihre wahre Bestimmung gefunden 😂
Wir entfernen uns wieder, stapfen durch knöcheltiefen Schnee zurück zum Fahrzeug, hinter uns verschluckt der Nebel diesen Ort.

Viechtwang Update

Heute stand die Vermessung eines der vier ehemaligen Schiefer- Wetzsteinstollen am Bäckerberg an.
Zu erst erkundeten wir routinemäßig Stollen I.
Hier trafen wir auf knapp 10 kleine Hufeisennasen und tausende Höhlenlangbeine. Bei großer Kälte trifft man hier um die 30 Fledermäuse an, auch Wildspuren fanden wir wieder tief im Inneren.
Höhlen Langbeine
Stollen II scheint bis auf die ersten zwei Meter nicht mehr befahrbar zu sein, sehr eng, steil  und niedrig führt ein Schluf nach unten, zweigt nach rechts ab, ein Luftzug konnte noch wahrgenommen werden. (sehr eng)

Aus Erzählungen wissen wir, daß bereits vor Jahren eine Befahrung schwierig war und die Deckenhöhe teilweise schon sehr niedrig war.

Rhinolophus hipposideros





Stollen IV liegt nur ungefähr 100m weiter oberhalb direkt der rechten Hangseite folgend. Durch einen engen nach unten führenden Schluf rutscht man zur Stollen Sole. Sogleich fallen die mächtigen Versatzblöcke die sich zu einer Stützmauer auftürmen Rechterhand auf, diese Mauer zieht sich bis ganz nach unten. Der Stollen First schwankt rechtsseitig 160-180 linkseitig 90-120 cm, nach wenigen Metern muss ein gefährlich hängender Deckenverbruch passiert werden. Weiter im Inneren öffnet sich der Gang nach links, leicht abfallend und schließt mit zwei Rundbogengängen tiefer wieder an.
In der Mitte der Sole sind noch immer die Karrenspuren gut zu erkennen die sich nahezu den ganzen Gang hinunter ziehen.

Bei unserem ersten Besuch trafen wir in der großen Kaverne zwei Füchse an, diesmal nur mehr ihre Hinterlassenschaften, in Form von Skeletten erlegter Beutetiere, darunter zwei Rehkitze und jedemenge Geflügelknochen.

Unten mündet der Stollen in einer Kaverne die wieder nach oben hin ansteigt, es liegen hier noch einige "Rohlinge" herum, auf einen ist sogar noch ein Schleifstein angerissen.

Die Stollen  wurden 1946 angelegt, sie befinden sich in der Rhenodanubischen Flyschzone genauer gesagt in der sogenannten Altlengbach-Formation. Diese Kennzeichnet sich durch Quarz und glimmerreichen Sandstein, Erdgeschichtlich wird diese dem Campanium zugerechnet, einem Zeitabschnitt der Kreidezeit.