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Der Stollen im Kreuzberg war für 3200 Personen eingerichtet und hatte eine Länge von 1160m, die Zugänge befanden sich hinter der Hauptschule, zwischen Pfarrkirche und Pfarrhof und in der Linzerstraße im Brandstötter-Keller.Man konnte vom Kirchenstollen zum Bismarckstollen (von der Pfarrkirche in die Linzerstraße) Durchgehen. Der Bismarckstollen war durch die Weinkeller vom Brandstötter zu begehen. Gedränge, schlechte Luft, Karbidlampen: Am 20. März 1945, als die Alliierten nach ihren Berichten 500.000 Kilo Bomben auf Amstetten abluden, harrte Zeitzeuge Emil Landsmann fünf Stunden in einem der zwei Amstettner Luftschutzstollen aus:
"Das war ein Bersten, der Boden hat gezittert, man hat nicht gewusst, bricht der Stollen nieder", schildert der pensionierte Schuldirektor das bange Warten. Danach war die halbe Kirche weggerissen und das Haus seiner Familie dem Erdboden gleich.
| Eingang Kirche |
Die Aufenthalte in den Stollen lösten bei vielen Besuchern Beklemmung und Angst aus; die längste Dauer eines Stollenaufenthaltes ist mit 5,5 Stunden registriert worden. Stollenordner hatten für diszipliniertes Verhalten zu sorgen. Die Luftangriffe erfolgten meist zu Mittag. Zwischen 1940 und 1945 gab es insgesamt 265mal Fliegeralarm, davon 239 Tages- und 26 Nachtalarme; seit 20.August 1944 heulten die Sirenen fast täglich.
Amstetten wurde während des Zweiten Weltkriegs insgesamt 11mal bombardiert; hauptsächlich amerikanische Flieger warfen ca. 12.000 Spreng-und Splitterbomben auf die Stadt.
zur unerwünschten Altlast geworden. Sieben Jahre lang prozessierte die Stadt Amstetten, um der widerwilligen Republik Österreich Eigentum und Verantwortung für die zwei Luftschutzstollen aus dem zweiten Weltkrieg zu beweisen. Die 2007 beschlossene Feststellungsklage durchwanderte alle Instanzen bis zum Obersten Gerichtshof, der der Stadt schlussendlich Recht gab und
entschied, dass die Kriegsrelikte der Republik - als Rechtsnachfolger des dritten Reichs - gehört. Die letztendlich für die Stadt günstige Wendung ist der Sorgfalt eines Buchhalters zu verdanken, in dessen Unterlagen Ersatzleistungen für die Grundstücke zu finden waren. So konnten Beatrix Lehner und Rechtsanwalt Josef Kattner in akribischer Recherche der Republik schließlich ihre Eigentumsrechte nachweisen.
Ganz ausschließen, dass es in Zukunft zu Problemen kommen könnte, kann niemand. Denn geologisch gesehen ist im Bereich der Bunker Schlieruntergrund und daher kann es zur sogenannten „Sargdeckelbildung“ kommen – was bedeutet, das große Schlierplatten einfach abbrechen.
Quelle Amstetten 1938-1945, Herausgegeben von Gerhard Zeillinger im Auftrag der Stadtgemeinde Amstetten









