Donnerstag, 26. April 2018

Amstetten Krautberg

1943 begann im Kraut- und im Reitbauernberg sowie in der Gugerleiten durch die Firma Klee&Jäger der Bau zweier Stollensysteme, für nahezu  9000 Personen wurden Luftschutzräume geschaffen, die höchste Frequenz lag jedoch bei 11000

Der Stollen im Kreuzberg war für 3200 Personen eingerichtet und hatte eine Länge von 1160m, die Zugänge befanden sich hinter der Hauptschule, zwischen Pfarrkirche und Pfarrhof und in der Linzerstraße im Brandstötter-Keller.Man konnte vom Kirchenstollen zum Bismarckstollen (von der Pfarrkirche in die Linzerstraße) Durchgehen. Der Bismarckstollen war durch die Weinkeller vom Brandstötter zu begehen. Gedränge, schlechte Luft, Karbidlampen: Am 20. März 1945, als die Alliierten nach ihren Berichten 500.000 Kilo Bomben auf Amstetten abluden, harrte Zeitzeuge Emil Landsmann fünf Stunden in einem der zwei Amstettner Luftschutzstollen aus:
"Das war ein Bersten, der Boden hat gezittert, man hat nicht gewusst, bricht der Stollen nieder", schildert der pensionierte Schuldirektor das bange Warten. Danach war die halbe Kirche weggerissen und das Haus seiner Familie dem Erdboden gleich.
Eingang Kirche

Die Aufenthalte in den Stollen lösten bei vielen Besuchern Beklemmung und Angst aus; die längste Dauer eines Stollenaufenthaltes ist mit 5,5 Stunden registriert worden. Stollenordner hatten für diszipliniertes Verhalten zu sorgen. Die Luftangriffe erfolgten meist zu Mittag. Zwischen 1940 und 1945 gab es insgesamt 265mal Fliegeralarm, davon 239 Tages- und 26 Nachtalarme; seit 20.August 1944 heulten die Sirenen fast täglich.


Amstetten wurde während des Zweiten Weltkriegs insgesamt 11mal bombardiert; hauptsächlich amerikanische Flieger warfen ca. 12.000 Spreng-und Splitterbomben auf die Stadt.


Keiner wollte sie danach, die Nazi-Stollen sind von einem Zufluchtsort
zur unerwünschten Altlast geworden. Sieben Jahre lang prozessierte die Stadt Amstetten, um der widerwilligen Republik Österreich Eigentum und Verantwortung für die zwei Luftschutzstollen aus dem zweiten Weltkrieg zu beweisen. Die 2007 beschlossene Feststellungsklage durchwanderte alle Instanzen bis zum Obersten Gerichtshof, der der Stadt schlussendlich Recht gab und
entschied, dass die Kriegsrelikte der Republik - als Rechtsnachfolger des dritten Reichs - gehört. Die letztendlich für die Stadt günstige Wendung ist der Sorgfalt eines Buchhalters zu verdanken, in dessen Unterlagen Ersatzleistungen für die Grundstücke zu finden waren. So konnten Beatrix Lehner und Rechtsanwalt Josef Kattner in akribischer Recherche der Republik schließlich ihre Eigentumsrechte nachweisen.

Ganz ausschließen, dass es in Zukunft zu Problemen kommen könnte, kann niemand. Denn geologisch gesehen ist im Bereich der Bunker Schlieruntergrund und daher kann es zur sogenannten „Sargdeckelbildung“ kommen – was bedeutet, das große Schlierplatten einfach abbrechen.


Quelle Amstetten 1938-1945, Herausgegeben von Gerhard Zeillinger im Auftrag der Stadtgemeinde Amstetten


http://heimatforschung-noe.blogspot.co.at/2014/06/das-kriegsende-in-amstetten-wie-ich-es-erlebte.html?m=1





Donnerstag, 12. April 2018

Kremsmünster Leimerhöhle

Heute befuhren wir das große Loch nahe Zenndorf welches als Leimerhöhle bekannt ist.
Von einer Pumpstation führt der direkte Weg in den Graben hinab, eine Steilstufe neben einem kleinen Wasserfall wird über eine Eisenleiter überwunden.

Schon nach einigen Metern gewinnt die Konglomeratwand an Höhe und die ersten Löcher sind zu erkennen. Das Kalzitloch ein enger tiefer Schluf.
Über einen kleinen Abhang hinab gelangt man zum Doppelportal der Leimerhöhle in welcher ein großer gebrochener Mahlstein liegt.



Im Inneren liegt ein in etwa fünf Meter hoher Brocken der vor langer Zeit von der Decke gebrochen wurde, an seiner Rückseite sieht man die Spuren dieser Arbeit.

Im Sommer scheint die Höhle als Grillplatz verwendet zu werden, eine Lagerfeuerstelle vor, wie auch in der Höhle trafen wir an. Vor der Höhle nahe des Baches liegen noch drei aus dem Berg geschlagene Steinquader.

Diese Höhle entstand vermutlich durch Konglomeratabbau (Verwendung als Baumaterial für die Errichtung des Stiftes Kremsmünster) aus einer ursprünglich kleineren Höhle entstand ein verhältnismäßig beeindruckendes „Loch“.

Samstag, 7. April 2018

Arzberg bei Reichraming

Funde von Steinwerkzeugen im Ortsteil Arzberg lassen auf eine 5.000 Jahre alte Siedlung schließen.
Der Erzberg von Reichraming wird bereits 1255 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Ortsteil Arzberg scheint deutlich vor der Nennung des Ortsnamen Reichraming bereits urkundlich auf. Das mittelhochdeutsche Wort "Arz" bedeutet nichts anderes als Erz und deutet auf den Eisenerzabbau am Schieferstein hin.  Im 16.Jh began sich im Ennstal bei Reichraming der Eisenbergbau zu regen. 

Valentin Preuenhuber berichtet 1539 in seinen "Annales Styresies" das Herr Hans Hoffmann von Grünbühel,  Bruggraf zu Steyr ein neues Eisenbergwerk oberhalb Lostain am Arzberg errichtet hat. Es hat nicht lang Bestand gehabt, ob aus Mangel an Zubuß oder Abgang des Erz lässt sich schon damals nicht mehr sagen.

Aus den Akten des Oberbergamtes Leoben ist zu entnehmen daß, der besagte Burggraf Hoffmann von 1538 bis 1548 am Arzberg bei Reichraming einen Bergbau auf Eisen führte.
Zur Verhüttung der Erze ließ er drei Blähhäuser und einen neuen walchnerischen Hammer errichten.
Der Bergbau bestand etwa 500m westlich des Gehöfts "Unter-Habichl" dort befinden sich oberhalb des in den Hang querenden Fahrwegs alte Halden, Pingen und verfallene Stollen, kleinere Brocken von Braun- und Roteisenerz im Hangschutt, sowie dünne Erzadern in Spalten und Klüften im an stehenden Wettersteinkalk lassen hier erkennen, daß hier einst Bergbau auf Eisenerz betrieben wurde.
Auch Josef Löw schrieb 1832 über das Bergwerk: Es soll vor vielen Jahren ein Bergwerk vorhanden gewesen sein, die Eingänge der Stollen lagen 500m unterhalb des Bauernhofes vulgo Prenn. unterhalb dieses Hofes befand sich eine Bergknappenhütte, die zum Pöckhlstain genannt wurde
Uns wurde erzählt das ein Besitzer eines Wochenendhauses einer Quelle nachgrub, und  plötzlich auf einen Stollen aus dem das Wasser zu Tage sickert, stieß.
Vor Ort konnten wir eindeutige Spuren dieses alten Bergbaues finden. An einer 3 bis 4 Meter hohen Felskannte sind Bearbeitungsspuren zu erkennen, sowie vorgelagerte Pingen zu sehen.


Montag, 2. April 2018

Molln/Leonstein Luftschutzstollen


Während die Rüstungsindustrie im nahen Steyr in Schutt und Asche gebombt wurde, überstanden die ausgelagerten Betriebsstätten in Molln und Umgebung die Luftangriffe schadlos. Vorsorglich wurde aber im Steilhang hinter dem Bürogebäude der Firma Pießlinger ein U-förmiger Luftschutzstollen in den Hang getrieben, ausgeführt wurde dieser unter dem  Kommando der Organisation Todt. Weiters wurde im Bereich der Tunnelschleuse des  Fluters zwischen Straße und Bachbett der krummen Steyrling mit der Errichtung eines überdenkten Splitterschutz Deckungsgraben begonnen, wie auch der Luftschutzstollen konnte dieser jedoch wegen des nahenden Kriegsendes, nicht mehr vollendet werden.


Dieses Luftbild zeigt die Rabuse Siedlung auf der Leonsteiner Flussseite, ganz deutlich ist der Aushub des Stollen zu erkennen.
 
Die Teilefertigung von Steyr sollte Anfang 1944 in die Deutschen Erd- und Steinwerke nach St. Georgen sowie in die Sensenfabrik Piesslinger, Molln verlagert/ausgedehnt werden.
Ebenso wurde die Produktion der Schäfte für K98 in die Holzwarenfabrik Sepp Standigl in Molln verlegt.




22 Hufeisennasen 1 Mausohr





Die Fliegerlynchmorde waren aber nicht nur Folge der Propaganda. Es gab auch handfeste politische Anweisungen von "ganz oben". Die NS-Regierung beschloss im Mai 1944, dass die Lynchjustiz ab jetzt als Regel zu gelten hat. Das heißt, es wurde festgelegt, dass sich die Bevölkerung an den "Terrorfliegern" rächen solle. Auch in Molln kam es zu so einem Fall. Rogen Frang G. der in der Breitenau am 25.07.1944 mit seiner B24 Liberator abstürzte überlebe zunächst schwer verletzt, nach den Abtransport wurde ihm jedoch nötige Hilfe verweigert und so starb er an starken Blutverlust.