Sonntag, 31. März 2019

Puxerloch "Puxer Lueg" (2745/1)

Das Puxerloch in Luegg ist eine der wenigen Höhlenburgen Österreichs.

Luegg wird bereits im 11. Jahrhundert als Burg genannt. Nach alten Urkunden wurden als damalige Burgherren die vollfreien „Ritter zue Lueg“ genannt. 1820 war Alois Graf Trautmannsdorf Besitzer des teilweise noch immer intakten Höhlenburg Luegg. Eine der herumziehenden Räuberbanden, welche zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ganze Steiermark vom Osten her unsicher machten, hatte sich das Puxer Loch und seine Burgreste als Schlupfwinkel und Stützpunkt auserkoren. 1931 wurde ein mittelalterlicher Rüstungsteil, ein Harnisch usw. gefunden.
 

Oberhalb des Ortes Teufenbach im Bergmassiv des „Pleschaitz"genauer gesagt in dessen ausgedehntem Steilabsturz, genannt die Puxer Wand oder Puxberg befinden sich in 60-70 m Abstand zwei unterschiedlich, große Höhlen. Die östlich gelagerte Höhle hat eine Höhlenöffnung von ca. 40 m in Höhe und Breite; im Volksmund wird sie das „Puxer Loch" genannt. In dieser großen Höhle, welche in ihrem Hintergrund ein ganzes Gängesystem aufweist, stehen noch heute die Ruinen der Höhlenburg Luegg.

Von der Höhlenburg zieht eine natürliche Kluft in den Berg hinein, diese wurde im vordersten Abschnitt künstlich erweitert. Dieser „unterirdische Gang“ führt 107m weit in den Berg, bis zu einer Wasserstelle einer eingearbeiteten Quellwasserkammer. Der an den Wänden künstlich überarbeitete „Kamingang“ führt hingegen von einem ehemaligen Wohngebäude wieder ins Freie, weshalb dieser als Fluchtgang in den örtlichen Sagen interpretiert wird.

Hinter der rießigen vorderen Höhlenöffnung wölbt sich noch eine tiefe Kuppel, daran anschließend dann die bereits erwähnten Höhlengänge.
Auf schmalen Terrassen und Felsbändern in der Steilwand unterhalb dieser Höhle stehen noch immer beträchtliche Reste ehemaliger, übereinander gestaffelter Wehrmauern.
Wasserloch, Quellbrunnen

Auch der Höhleneingang selbst ist höher gelegt, geschützt, darüber hinaus war noch ein starker Torbau vorhanden, der in Teilen noch steht. Von den übrigen Burggebäudeteilen stehen nur noch weinge Reste einzig die Grundmauern sind noch sehr gut nachvollziehbar.

Die Schalaun-Höhle liegt ca. 140 m über dem Talboden. Von der Höhlenburg selbst sind nur geringe Reste erhalten und auch von dem in alten Urkunden nachgewiesenen Turm ist kaum noch etwas zu sehen. Beide Höhlenburgen waren während ihres Bestehens durch eine mit starken Lederseilen gehaltenen Hängebrücke verbunden, welche dann später durch einen 60-70m langen, von Westen nach Osten in Absätzen ansteigenden, gedeckten Holzbohlengang welcher an der Steilwand heraus abgestützt und ergänzt wurde, dessen Spuren in der Steilwand noch sichtbar.
Die damals unzugängliche Lage beider Wehranlagen, und Planung sind heute noch bewundernswert!

neutralisiertes Hakenkreuz


Rhaphidophoroidea, Höhlenschrecken

Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

Das Höhlensystem hinter der Burg war für deren Bewohner und die Besatzungen dieser Höhlenburg der damals typische, stets vorhandene Fluchtweg. Diese Flöhlengänge sind an verschiedenen Stellen durch Menschenhand präzise nachgearbeitet, verbreitert, geebnet und darüber hinaus mit mehrfachen, in den Fels gehauenen Stufengruppen versehen worden. Diese Burg- und Fluchthöhlen kann man nahezu aufrecht gehend, ca. 40m bis kurz hinter die eingearbeitete Quellwasserkammer begehen, ab hier folgt das sog. Lehmparadies, ein niederer lehmiger Kriechgang.

Die Unterscheidung zwischen der Höhlenburg Schalaun und der so nahen Höhlenburg Luegg hat sich
in der Volkserinnerung immer mehr verwischt. Und da es im heimlichen Volksglauben in diesen beiden Höhlenburgen und ihren Höhlen immer noch „umgehen" soll, wollte uns niemand der dort Ansässigen zu den total verwachsenen, vergessenen Aufstiegspfaden durch diese Steilwände begleiten.

Burggrundrisses (Grafik aus: Wagner 2006)

Samstag, 30. März 2019

Peggau Deckname Marmor 2836/34

In den Jahren 1943 und 1944 kommt es durch das Projekt „Felshütte Peggau" zu einschneidenden Veränderungen am Hammerbach Austritt. Ein großangelegtes Stollennetz sollte die Kriegswichtigen Werksanlagen der Puchwerke von Graz aufnehmen. Nach mehreren Abänderungen kam eine kleinere Variante zur Ausführung. Ein 2000 m langes Stollennetz von 9 Stollen erstreckt sich bis zu 200 m tief in östlicher Richtung in den Berg.



Die dortige Hammerbachquelle wurde aufgestaut und mit einem Betonbunker überbaut.Durch das Stollennetz wurden 32 Höhlen aufgeschlossen die mit Lehm und feinsandigen Ablagerungen vollständig erfüllt sind, nur vier Objekte wurden offen angetroffen. Am Ende des Stollens VI ist ein größerer Hohlraum angefahren worden. Dieser reicht bis 4 munter das Stollenniveau und endet mit einem Siphon. Der Zusammenhang des kleinen Gerinnes mit dem Hammerbach wurde nach längeren Grabungen festgestellt. Im Jahre 1944 traf man im Stollen beim Vortrieb auf diesen offenen Schacht, der in etwa 5 m Tiefe fließendes Wasser aufwies. Beim weiteren Vortrieb wurde das Abraummaterial in den Schacht gestürzt, so daß er heute bis in die Höhe der Stollensohle erfüllt ist.


In Peggau ging das größte der steirischen Nebenlager Mitte August 1944 in Betrieb.
Die Stollen der Peggauer Wand, in der die Häftlinge Zwangsarbeit verrichten mussten, befinden sich nach wie vor in dieser Felswand. Peggau liegt an der linken Muruferseite, dicht an den felsigen Berg gedrängt. Der Grund für die Standortwahl lag in den Gegebenheiten des Ortes, denn dieser befand sich bereits damals durch eine Zuganbindung günstig am Verkehrsnetz. Wesentliches Kriterium, das für den Standort sprach, waren jedoch die Höhlen der Peggauer Wand. In diese bombensicheren Gewölbe sollte in der Endphase des sog. Dritten Reiches noch ein Teil der steirischen Kriegsindustrie verlegt werden.

Höhlenschrecken





Die bis März 1945 ausgebauten Stollen waren aus dem Werk Graz 1080 Werkzeugmaschinen ausgelagert und insgesamt „2820 Arbeitskräfte aus dem Werk Thondorf waren in Peggau bei der Herstellung von Kurbelwellen, Getrieben u.a. tätig. In den Stollen wurden Flugzeug, LKW und Panzerteile hergestellt. Produziert wurde im Auftrag der Steyr-Daimler Puch AG und und der DEST.
Der Arbeitsbetrieb lief ununterbrochen. In den Stollen arbeiteten die Häftlinge in Zwölf-Stunden-Schichten, Tag und Nacht. Jedes Häftlingskommando für den Arbeitseinsatz bestand aus etwa 350 bis 400 Männern. 
 

Die Häftlinge des Konzentrationslagers Peggau stammten aus verschiedenen Nationen. Den überwiegenden Teil bildeten sog. politische Gefangene aus Polen und der Sowjetunion. Franzosen, Italiener, Deutsch.  Neben den politischen Gefangenen und sog. Schutzhäftlingen fanden sich in dem durchschnittlich 700 Häftlinge zählenden Konzentrationslager auch eine kleine Gruppe polnischer Juden, einige sog. Asoziale und ein paar Bibelforscher.

In Dreier- bzw. Viererkolonnen mussten die Häftlinge täglich zweimal durch den Ort Peggau marschieren, um vom Barackenlager in Hinterberg zum Ort ihres Arbeitseinsatzes zu gelangen.
Die Häftlinge mussten Steinbrucharbeiten zur Erweiterung der Stollenanlagen leisten und wurden außerdem zu Produktionsarbeiten eingesetzt.
Unmittelbar am Rand des ehemaligen Lagergeländes errichtete die Gemeinde Peggau 1946 ein Sammelgrab für 82 exhumierte Tote, die aus verschiedenen Massengräbern am ehemaligen Konzentrationslagergelände und der näheren Umgebung von Peggau geborgen wurden.
Plan
Der Plan entspricht nicht der tatsächlichen Ausführung wie man sie heute vorfindet, Stollen VII VIII IX bilden ein zusammenhängendes Stollennetz mit Quergängen, welche vermutlich später verbunden wurden.

https://vimeo.com/329899296


http://www.generationendialog-steiermark.at/wp-content/uploads/2015/12/Das-KZ-Au%C3%9Fenlager-Peggau_Hainzl.pdf


https://www.mauthausen-guides.at/aussenlager/kz-aussenlager-peggau