Mittwoch, 21. November 2018

RVK Sperre Klaus

Der Kalte Krieg und die Raumverteidigung sind mittlerweile ein zeitgeschichtliches Thema. Das erkennt man auch daran, dass kaum noch jemand weiß, wie dieses Verteidigungskonzept aussah. Somit ist weitgehend unbekannt, welche Überlegungen und Anstrengungen damals angestellt wurden, um Österreich aus einem möglichen Krieg zwischen den beiden damaligen Machtblöcken herauszuhalten. 
Zu diesem Zweck gab es in den Schlüsselzonen Feste Anlagen mit Panzerabwehrkanonen, bewegliche Panzerabwehrkräfte, starke Infanterieverbände in Form der Jägerbrigaden, Fliegerabwehrkräfte, (ortsfeste) Artillerie sowie vorbereitete Sperren.
Eine Feste Anlage bestand aus einem Bunker, der Platz für eine Gruppe bot und auf dem sich ein Panzerturm befand. Zu diesem Zweck wurden britische Jagdpanzer „Charioteer“ oder britische Kampfpanzer „Centurion“ der britischen Rheinarmee angekauft. Deren Türme wurden aus der Wanne gehoben und in die Bunker eingebaut.

Die Einteilung der Raumverteidigungszonen 1979. (Foto: Archiv Lampersberger)

Die dritte und letzte Zone (Schlüsselzone 45) lag westlich des Enns-Traun-Donau-Dreieckes, wobei die Traun und das Hügelland westlich des Flusses eine natürliche Barriere bilden, die verstärkt wurden.

Die FAn im Bereich Rm Klaus, dienten dazu den Zentralraum, also Restösterreich im Zuge einer feindlichen Invasion sich weiter zu behaupten.
In der Schlüsselzone 35 liegende Raumsicherungszone 44, (Voralpenland West)
 im Raum KLAUS lagen einst solcher 6 Anlagen.

In Klaus verengt sich das Tal was durch den Stausee welches dadurch eine Strategische Bedeutung hatte. Es wurde von der Sperre Klaus strategisch abgesichert.
Früher fuhr man an hunderten Panzersperren vorbei wenn man das enge Tal passierte.
Brücken waren zur strategischen Sprengung  "vorbereitet".

"Centurion"-Panzerturm einer Festen Anlage. (Foto: Bundesheer/Archiv Truppendienst)
Die letzten Sperrjäger, wie die Besatzungen der Festen Anlagen auch genannt wurden, rüsteten im Mai 1995 ab. Im Jahr 2016 wurden die letzten Panzertürme ausgebaut, womit die Ära der Raumverteidigung auch symbolisch endgültig zu Ende ging.

Samstag, 17. November 2018

Lostplace Woodwall

Kurz bevor die Dämmerung einfällt spaziere ich einen Bach entlang, völlig überrascht sehe ich von weiten ein kleines Häuschen, der Zustand lässt mich auf ein spontanes Abenteuer hoffen!
Ich drücke die Türklinke vorsichtig nach unten, und die hölzerne Türe lässt sich öffnen, schon bin ich wieder mitten in der nächsten Zeitreise.
Die Dunkelheit im Inneren lässt nichts erahnen, erst im Schein meiner Lampe mache ich die ersten Schritte, irgendwo scheint Wasser zu Tropfen, ein feuchter Geruch von Moder liegt in der Luft. Gleich hinter der Türschwelle am Boden eine Urkunde, ein Forstarbeiter scheint so abgelegen, hier einst Gehaust zu haben.
Die Küche scheint längst schon geplündert worden zu sein, alle Kästen stehen offen, der kleine grüne Kachelofen spendete einst Wärme und Feuer zum Kochen.

Das Wohn- und Schlafzimmer nebenan vermodern, alles wurde bereits durchwühlt, über eine knarrende Holztreppe gelangt man in die obere Etage, ein Heiligenbild nach dem anderen liegt hier verstreut am Boden, eines prächtiger und prunkvoller als das andere.

Im hintersten Teil eine sehr niedrige Türe führt in eine kleine enge Räucherkammer, an den Wänden Pech und Russ, im Eck eine Selche, nur der Nachttopf schein hier fehl am Platz ;)
 

Uralte schwarz weiß Portraits beäugen meinen Besuch, eine Petroleum Lampe, die Teile einer alten Milchzentrifuge. Durch die  Schlafkammer faucht der Wind durch eine kaputte Glasscheibe, auch der Schlaf wurde von einem Heiligenbild "bewacht".

 
Das Tropfgeräusch wird lauter und als ich den nächsten Raum betrete, stehe ich schon mitten im Wasser, im Bad läuft unentwegt Wasser aus einem kleinen Hahn.
Die Toilette sieht aus als hätte jemand Spei und Galle darüber erbrochen, draußen ist es derweil nahezu dunkel geworden, und ich beschließe diesen Ort wieder sich selbst zu überlassen, und verwinde im Dunkel der Nacht.














Sonntag, 4. November 2018

Hinterstoder Eislueg 1625/28

Die Höhle war den Einheimischen schon seit jeher bekannt und wurde von ihnen, da auch im Sommer vom Eingang aus ihr Eis sichtbar ist, Eislueg genannt.
Aber erst im Juli des Jahres 1929 erfuhr der Linzer Höhlenforscher Klub  von der Höhle und befuhr diese.
Schon vor dem erreichen der Höhle spürt man die eiskalte Luft, die einem bereits viele Meter, noch bevor man den Eingang sieht entgegen bläst.
Der Eingang liegt am Fuße eine Felswand  aus Dachsteinkalk, knapp über dessen Grenze zum Hauptdolomit.
Vom Eingang steigt man eine Deckenbruchhalle abwärts und gelangt zu einer engen Kluftstelle, "dem Bläser" welche sich bereits 40 Meter im Inneren befindet.

Hat man die Engstelle überwunden, stand man einst über einen 12m tiefen Eis Abgrund.
Tiefer im Inneren gelangt man zu einem Eissee welcher im Durchmesser etwa 40m misst.
Unsere Erkundungfahrt sollte uns bis zum über 50m tiefen Brunnenschacht führen der den Übergang zum Westteil der Höhle bildet, weiters wollen wir den Eisstand angesichts der niederschlagsärmsten Zeit seit langem, dokumentieren.
Jedoch kamen wir erst nach Mittag beim Mundloch an, so das uns nur ein sehr kurzes Zeitfenster blieb, um beim Abstieg nicht in die um diese Jahreszeit früh einsetztende Dämmerung zu kommen.
Begleitet haben mich bei dieser Befahrung zwei passionierte Berggänger, für einen der Beiden war es die erste Befahrung einer Naturhöhle.

In den Ostteil (Alter Bach) versperrte uns diese mächtige Eiswand den Weg!
Die Gesamtlänge der Eislueg beläuft sich auf über 2100m und reicht in eine Tiefe von 169m.
Aus oben genannten Zeitgründen endete unsere Befahrung über dem Kessel, den Blockversturz passierten wir nicht mehr, der darunter liegende Eissee wäre sicher ein Highlight gewesen!

http://www.edv-knoll.at/dab/Hoehlenkunde/
„Die Unterwelt, unendliche Tiefen. 
Erlebe mit uns gemeinsam Abenteuer, erforsche das unbekannte, weit ab der Zivilisation. 
viele Meter unter der Erde dringen wir in eine unbekannte Welt vor, 
die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“

Samstag, 3. November 2018

Erzpflanzen, Metallophyten

Der Bergmann mußte einst größte Erfahrung besitzen, an welchern Berg oder Hügel, welcher Stelle im Tal oder Feld nutzbringend beschürft werden konnte. Sogenannte Erzpflazen , Galmeipflanzen dienten ihnen als Orientierung. 

Aus dem Schwazer Bergbuch (1556)
Bereits prähistorische Prospektoren mußten gewisse Hinweise an der Oberfläche gehabt haben, die auf verborgene Schätze in der Tiefe hinweisen haben. Verwitterungsresistente Gesteine, die Erz enthielten. Auch Aufschlüsse in Bachbetten, Erosionsrinnen und Hangrutsche, auffallende Färbung des Gesteins, „Lesesteinkartierung“ in Hangschutt unter Felswänden, chemische Ausfällungen in Bächen, der metallische Geschmack von Quellen sowie Wachstumsanomalie oder bestimmte Pflanzenarten im Gelände können auf Erzadern hinweisen. 

Das Lesen dieser Hinweiße schien Unkundigen oft geheimnisvoll, ja wurde sogar mit Hexerei gleichgesetzt.
Im Alpenraum spielen Sagen um die geheimnisvollen Venedigermandl eine große Rolle. Diese anscheinend italienischen Erzsucher besaßen große Kenntnisse, aber auch zauberhafte Utensilien wie den Bergspiegel, mit denen sie sozusagen in den Berg hineinschauen konnten. Der Ursprung dieses sagenhaften Werkzeugs ist nicht ganz geklärt. Vielleicht beruht es auf den Fähigkeiten der Prospektoren, aufgrund Verfärbungen oder Strukturen an einer (glatten) Fels- oder Bergwand, auf Erzadern zu schließen.

Klüfte, die Kristalle enthalten können, werden oft durch die geradlinige Verteilung von Pflanzenpolstern angezeigt. Da Klüfte wassergängig sind, dringen Wurzeln in sie hinein und Pflanzen können austreiben. Pflanzen mit tiefgreifenden Wurzeln die auf Klüften vorkommen sind zum Beispiel die Edelraute, die Primel und verschiedene Steinbrech-Arten. Dieses Wissen wurde im Mythos oft als Hexerei, oder zumindest mit Hilfe von zauberhaften Gegenständen zu erreichen, verklärt. Kümmerwuchs von Pflanzen, verursacht durch die Toxizität bestimmter Schwermetalle und Erze ist ein Hinweis.

Metallophyten sind Pflanzen, die in der Lage sind, größere Mengen bestimmter Schwermetalle einzulagern. Als Schwermetallzeiger haben sie eine besondere Bedeutung, da sie Standorte mit hoher Schwermetallbelastung (z. B. Bergbau-Halden) kennzeichnen. 
Beispiele für Metallophyten sind:
Das Vorkommen von Erzflechten ist im wesentlichen auf den zentralalpinen Raum mit seinen sauren Gesteinen beschränkt. Bei den Moosen ist die Verbreitung von Mielichboferia wiedergegeben,
für Kärnten sind daneben insbesondere die Vorkommen von Merceya ligulata

Zu den Galmeipflanzen zählen:
Quelle: Wikipedia

https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Verein-Schutz-Alpenpfl-Tiere_31_1966_0065-0073.pdf