Mittwoch, 27. Dezember 2017

Mysteriöse Erdställe

Höhlenforscher  haben  im  Laufe  der  Zeit  in  diesem  artverwandten  Metier  neben  Archäologen und Heimatforschern immer  wieder wertvolle Beiträge zur Heimatkunde  geliefert und auch immerwieder höhlenähnliche alte Stollen sogenannte Erdställe aufgespürt. Seit Jahrtausenden hat der Mensch aus den verschiedensten Gründen Höhlen gegraben. Er richtete sie für praktische Zwecke, aber auch für kultische Bedürfnisse ein. 

Angesichts des Umstandes, dass in Österreich viele der Anlagen inzwischen längst dem menschlichen Unwissen oder baulichen  Maßnahmen zum Opfer gefallen sind, haben sich vor rund 40 Jahren einige Mitglieder des  Landesvereins für Höhlenkunde  in  Oberösterreich  zusammengefunden, um Aufklärungsarbeit  zu  leisten.
Als Erdstall wird im ein im Mittelalter von Menschenhand geschaffenes unterirdisches, Gangsystem bezeichnet. 

Der Begriff „Erdstall“ bedeutet „Stätte unter der Erde“ oder „Erd-Stollen, Geheimgänge“ man findet sie vielerorts unter alten Bauernhäusern oder in derer unmittelbaren Nähe.
Oft wird von geheimen Gängen berichet die weit in die Erde reichen und zwei Orte miteinander verbinden, auch in Ternberg soll es einen selbigen gegeben haben, der bis zum Sternwirt gereicht haben soll... 

alte Bauernleut haben früher immer wieder davon berichtet, vielleicht gibt es noch jemanden dem etwas über diese Geschichte bekannt ist?



Mit der Gründung des Klosters Garsten durch Otakar v. Steyr im Jahr 1082 verstärkte sich die Urbarmachung ennsaufwärts, Höfe die um diese Zeit errichtet wurden, könnten Fluchtgänge besessen haben. Es waren keine friedlichen Zeiten, neben Räuberbanden zogen auch fremde Heere durchs Land, plündernd und brandschatzend. Hab und Gut, Weib und Kind, niemand war sicher vor ihnen!

Sonntag, 24. Dezember 2017

Lostplace Rabbitgrave

Langsam fuhren wir eine holprige Straße bergab, leichter Dunst lag über den Wäldern und lautlos ließen wir unser Gefährt direkt bis zum Objekt unserer heutigen Zeitreise rollen, die Scheinwerfer erloschen und unser Augen benötigten einige Augenblicke um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Langsam drehten wir eine Runde um das Gebäude um das Zeittor zu finden um Zutritt zu erlangen.
Durch die morschen Bretter des Schuppens erspähten wir einen im feuchten Schlamm versunkenen Leiterwagen.
Nebenan ein Hasenstall mit vielen Käfigen, einem schweren Beil und einem Hackstock, hier hing es den Langohren wohl an das Fell.
Durch den verwachsenen Hinterhof gelangen wir ins Gehöft, welches bereits kurz vor dem Einstürzen steht, und nur mehr durch Stützen am Zusammenfall gehindert wird. Vorsichtig ohne irgendwo zu streifen betreten wir die ersten Räume.
Und wie so überall treffen wir auf eine gut sortierte Fleischbaltt Sammlung, durchmischt mit billig Schund Romanen aus den letzten Jahrzehnten, sowie Alltagsgegenstände die bereits in Museen zu finden sind.
Hinter dem Küchenherd schließt eine riesige Rauchkammer an, ein zweigeteilter Raum mit Gewölbe, der es sogar gestattet in den Kamin hinauf zu klettern, hier wurde einst Fleisch im Rauch gelagert. Doch selbst in der Küche hat der Ruß seine Spuren hinterlassen, Kleidung und jedemenge Unrat liegt verteilt am Boden.

Die weiteren Räume laden nicht zum betreten und zum längeren Aufenthalt ein, wir vermissen ein wenig das gewohnte Sicherheitsgefühl...
Ein Hauch von Moder durchzieht diesen Ort, ständig hört man irgendwo Geräusche, knarrendes Holz, leicht fegt der Wind durch und an, und lässt die Vorhänge und Kleidungsstücke zu Leben erwecken.
Es wird Zeit diesen Platz sich selbst zu überlassen.



Mittwoch, 6. Dezember 2017

Lostplace Blackgold

Wir parken unweit und in Sichtweite dieses in mitten einem Feld stehenden verlassenen kleinen Häuschen. Eisig peitscht der Wind über das schneeweiße Feld, durch die glaslosen Fenster fängt sich die eises Kälte im Haus.

 

Die Holzbretter sind von Alltagsgegenständen wie Schuhen, Matratzen, Flaschen und Müll übersät.
Dieses Haus scheint bereits Jahrzehnte verlassen zu sein. Die Stube leer, einzig der massiv wirkende gemauerte Ofen zeugt von der Anwesenheit ehemaliger Bewohner. Eine steile Holztreppe führt unter das offene Dach. Zwei niedrige Türen führen in eine ehemalige Schlafstube, vergammelte Matratzen rotten vor sich hin. Jeder Schritt hier oben könnte einer zuviel sein, überall sieht man runter ins Untergeschoss, morsche Bretter bei jedem Tritt. 




Die Aussenmauer wölbt sich bereits weit nach aussen, die Zeit für diesen Ort neigt sich unaufhaltsam dem Ende zu, selbst der kleine Gewölbekeller unterbei, füllt sich unaufhörlich mit Schutt, der von oben nach rutscht.

 


Im Inneren betreten wir die ehemaligen Wohnräume, an einer Wand fallen uns Poster aus den 1950ern ins Auge. Marilyn Monroe lächelt uns von der Wand entgegen, was für ein Fund!




Staunend stehen wir vor dieser Wand und betrachten die Stars und Schönheiten von einst, kaum zu glauben, daß diese Poster nahezu sechzig Jahre an dieser Wand überdauert haben.
Viel karger sah das Alltagsleben aus...



Ein eisernes Stockbett, gepolstert mit Pferdehaar Matratzen, feuchte Wände, der Geruch von Moder durchzieht den Raum.






Doch langsam gewinnt die Natur wieder Raum, mitten im Zimmer wächst ein Strauch aus dem Gemäuer, bald wird dieser Platz Vergangenheit sein, und die Natur diesen Ort für immer zudecken.
Die Kälte zehrt an unserem Eifer, und so beschließen wir unsere Zeitreise hier zu beenden.