Donnerstag, 24. Dezember 2015

Großraming Pechgraben Kohlebergbau



Schon der Name "Pechgraben" dieses Graben lässt auf Bergbautätigkeit schließen.
Der Besitzer des im Pechgraben befindlichen Steinkohlenrevieres war Herr Franz Wickhoff & Comp.
Er hatte Zwei Stollen sind in Betrieb, der Franz - Stollen nördlich, und der Barbara - Stollen.
Der Bergbau im Pechgraben wird genannt zwischen 1841 und 1880, Produktionsdaten
sind jedoch nur von 1841 bis 1877 bekannt.
Heute führt ein Knappenweg am ehemaligen Steigerhaus und Berghaus (ehem. Unterkunft der Bergleute) vorbei zu den ehem. Stollen, aus denen die ”Alpenkohle” gefördert wurde. Aus den Stollen unweit der Wanderstrecke, die längst in Vergessenheit geraten sind, gewann man im 19. Jahrhundert beträchtliche Mengen an Kohle. Um den schwarzen Schatz zu Tage zu fördern, schufteten hier nicht nur einheimische Bergleute; 1869-1876 heuerte man 160 Bergarbeiter aus Böhmen, Mähren, Italien, Ungarn,Schlesien, Kärnten und Bayern an. Im nahe gelegenen Pechgraben wurden Erze mit einem 30%igen Eisengehalt entdeckt. 
Das Projekt, einen Schmelzofen dort zu errichten, gelangte jedoch nie über das Entwurfsstadium hinaus.


Nahe der Stelle, wo 1836 der Johann Stollen angeschlagen wurde gewann man 20 Jahre lang Kohle  aus dieser Grube. Der einstige Franz-Stollen, der 1865 eine Länge von 400-500 m erreichte, verlief direkt unter unserem Güterweg. Einige Stollen erreichten eine Länge von über 2 Kilometern, sind aber im Laufe der Zeit eingestürzt und verfallen. Der Franz Stollen war die ergiebigste Kohlengrube und stand am längsten in Betrieb. Um ihre „bösen“ Gase entweichen zu lassen und sie besser mit Luft zu versorgen, schuf man Tagschächte zur Oberfläche. Auf den vor den Stollen gelegenen Abraumhalden besteht die Möglichkeit, Kohlestücke und Pflanzenversteinerungen zu finden. 
Leider konnte man damit das Problem der Rutschungsgefahr nicht in den Griff bekommen, befinden wir uns doch hier in einer geologisch rutschungsgefährdeten Flyschzone der Grestner Schichten am Abhang des Berges. Auch eine Hangrutschung wurde untersucht, mit den geoelektrischen Messungen sollte festgestellt werden, ob sich Hinweise auf den vermuteten eingestürzten Bergbaue an besagter Stelle befinden.

 Grubenkarte Franzstollen im Pechgraben
"Ein Hauptanteil beim Franz-Stollen ist wohl der, dass die Einhaltung desselben so viel kostet, indem er fast ganz vom ersten Auslängen an in Zimmerung steht, welche wegen des matten Wetter sehr bald erstickt und einbricht. Die Erhaltung der Zimmerung also verteuert, da kein Eigentums-Wald vorhanden ist, und alles Grubenholz von der Fürst Lamberg’schen Herrschaft
in Steyer gekauft werden muss, den Betrieb sehr, und würde auch bei schwunghafterer
Kohlenerzeugung die Förderung hemmen, abgesehen davon, dass die Strecke doch eine ziemlich bedeutende ist, bei der Menge an Biegungen und Krümmungen, die der Stollen zeigt.

Im Beginne des Sommers 1863 war der Franz-Stollen mit 6 Mann im Betriebe, und hatte eine sehr matte Bewetterung in der Grube sind, trotz der Wetterlucken. Die Arbeit selbst geschieht teils im Schichtenlohne, teils im Gedinge; der Grundlohn ist 60 - 80 kr. Der Verkaufspreis der Kohle ist durchschnittlich 50 - 60 kr. pr. Centner im Pechgraben." G. Freiherrn v. Sternbach





Knappenweg:
Am Beginn gibt ein kleiner Schauraum Einblick in die 50jährige Geschichte des ehemaligen Kohlebergbaus. Die neu errichtete Stollenzimmerung beim Mundloch des „Klausriedlstollen“ und 22 Schautafeln entlang dieses Knappenweges zeigen die wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaues, die Wohn- und Arbeitsituation und die sozialen Verhältnisse der Bergleute und ihrer Familien.


Interessierte erfahren unter welchen Bedingungen die Bergleute gelebt und gearbeitet haben.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde versucht, Kohle abzubauen.
Rainer-, Klausriedl-, Barbara-, Franz- und Ignazstollen, sondern auch die Stelle einer Kohle-Waschanlage und eines Knappenhauses, Halden mit taubem Gestein, einen Schürfversuch aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und einen Teich, dessen kühles Nass durch die unterirdischen Aktivitäten auf Nimmerwiedersehen versickert ist.
Der Heimatforscher Josef Wilhelm scharte Gleichgesinnte um sich, um dieses fast vergessene Relikt der Wirtschaftsgeschichte auf 28 Schautafeln wieder ans Tageslicht zu fördern. Da die Stollen, aus denen man einst Kohle für die Eisenindustrie geholt hatte, natürlich längst verstürzt sind, symbolisierte man einige Grubenzimmerungen. Dies lässt erahnen, wieviel hochwertiges Holz damals für Stollenlängen bis zu 2500 m verbraucht worden ist.




Sonntag, 20. Dezember 2015

Molln Glöcklalm Braunkohleabbau

Erster Belege der Braunsteingewinnung lassen sich allerdings nicht genau festlegen. Aus dem Jahr 1684 liegt ein vom Verwalter der Forsthube Molln angefertigtes „Verzeichnis der Braunslein-Bestände im Forst Molln" vor, aus dem hervorgeht, daß drei Untertanen jeweils einen Gulden Abgabe an die Herrschaft Steyr für ihre Braunsteinbestände bezahlen.

Der Bergbau auf Braunstein bzw. Mangan im Tal der Krummen Steyrling im Bodinggraben bei Molln im Sulzgraben nahe der Glöcklalm (heute Zaglbaueralm) lag im sogenannten Mieskar, wobei eine Lagerstätte mit dem nun verbrochenen Stollen sich auf 1.150 m Seehöhe befand, der höher gelegene und im Tagbau betriebene Gewinnungsort lag mit seiner Sohle auf 1.260 m Seehöhe. Mangan ist ein wichtiges Legierungsmittel. Bei der Eisenverhüttung wird es zur Entschwefelung benützt, Manganoxid wird zur Entfärbung von Gläsern verwendet.

erhaltene Schurfrösche
Stollenmundloch
Das untere Braunsleinvorkommen auf 1.150 m Seehöhe. Ein großer, abgesackter Felsblock erschließt das Stollenmundloch. Zudem liegt der Bergbau selbst noch ¾ Gehstunden bzw. 600 in höher als die Straße im Bodinggraben. Beim Bergbau selbst sind sämtliche Einbaue verfallen, sie bestanden aus einem tiefen Schacht und einem 20 m langen Stollen.
1937 werden die vier vorhandenen Grubenmaße auf der Glöcklalm mit 25 Freischürfen (Freischurf wird ein Kreis mit einem Radius von 425 Metern bezeichnet) um geben. Kurz nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich beauftragt das Ministerium für Handel und Verkehr im März 1938 die Untersuchung und Prüfung der Möglichkeiten einer Wiederinbetriebnahme des Braunsteinbergbaus. Die Hauptlagerstellen sind im Bodinggraben (Glöcklalpe) und am Roxol bei Molln; übrigens werden sie gegenwärtig an beiden Orten seit 1880 nicht mehr abgebaut.
Halde
Manganerz
Gamskar
Im September 1962 sucht die Generaldirektion der ÖBF namens der Republik Österreich um Löschung der Bergbaubewilligung an. Deshalb erfolgt im Juni 1963 die Endbefahrung des Bergbaues. Nur noch Reste alter Halden sind zu sehen, der alte Stollen ist verbrochen und sein Mundloch im Gelände nicht mehr sichtbar.
Auch der alte Schacht kann nicht mehr aufgefunden werden. Das Bergbaugelände ist wieder bewachsen und als solches kaum mehr erkennbar. Die Löschung der Bergbauberechtigung erfolgt aber erst vier Jahre später 1967.

Blick zum Gamskar