Dienstag, 13. August 2019

Salzburg Rainberg Cave Club

Wir waren im Rainberg und haben für euch herausgefunden, was an Salzburgs verbotenem Berg so faszinierend ist. Schon vor langer Zeit wurde eine Statue aus Bronze dort gefunden, die auf 100 vor Christus datiert wird. Schon bereits die Kelten siedelten auf diesem strategisch leicht zu verteidigenden Ort. Im Jahre 1680, der höfische Kammerdiener Christof Rein pachtet die "Hohe Rittenburg". Der Berg wird nach seinem Besitzer benannt, welcher bis heute seinen Namen trägt. 

1915 ein Skelett Fund sowie 1924 wurden Funde der jüngeren Steinzeit am oberen Rainberg geborgen.

Am Südostfuß des Rainberges treten im Stadtteil Riedenburg kohleführende Gosaumergel zutage. Zwischen 1850 und 1860 wurden mehrere kurze Schürfstollen auf Glanzkohle vorgetrieben, aber bald wieder eingestellt und verschüttet. Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1940 in der Nähe der ehe­maligen Schürfstollen, am Südfuß des Rainberges, ein Luftschutz­stollen vorgetrieben. Der Luftschutzstollen ist noch zur Gänze befahrbar.


1942: Der Rainberg wird weiter ausgesprengt und soll nun als Luftschutzbunker dienen.
Erst wenn zum „Luftschutzmäßiges Verhalten“ über den Rundfunk aufgerufen wurde, durften Luftschutzräume aufgesucht werden. Die Schülerinnen und Schüler der Salzburger Schulen seien durch den Zugang zu den Luftschutzstollen in den Stadtbergen geschützt, wurde verlautbart.


Am 16. Oktober erfolgt der erste Luftangriff auf Salzburg. Es wird notiert: „Kurz nach 10 Uhr vormittags verkündeten die Sirenen Fliegeralarm. Leider begaben sich viele Salzburger nicht in die Luftschutzkeller und -stollen, in trügerischer Sicherheit gewiegt durch den Umstand, daß bisher noch kein Angriff auf Salzburg erfolgt war. Diesmal aber wurde es ernst: Die amerikanischen Flieger öffneten die Bombenschächte ihrer Flugzeuge und ließen Tod und Verderben auf die Mozartstadt regnen.

Die Zahl der Toten betrug 244, die der Verwundeten auch einige hundert.“ Die SZ bringt am 17. Oktober das zerstörte Wohnhaus Mozarts am Titelblatt und meldet: „Terrorangriff auf Salzburg. In den Mittagsstunden des gestrigen Tages war die Gauhauptstadt Salzburg, die keinerlei Rüstungsindustrie und militärisch wichtige Ziele beherbergt, Gegenstand eines heimtückischen und feigen Luftterrors. Ein Nationalheiligtum des deutschen Volkes, Mozarts Wohnhaus, der in der ganzen gesitteten Welt bekannte und bewunderte Salzburger Dom und andere Kultur- und Kunstdenkmäler wurden schwer beschädigt.


1945: Amerikanische Truppen errichten kurzfristig ein Sprengstoff- und Munitionslager. Erstmals sind auch schon Räumlichkeiten als Weinkeller zu pachten. 
1976: Auch eine Champignonzucht wurde in diesen Räumlichkeiten bereits versucht.


1981: Josef Rettenbacher übernimmt den Rainbergkeller.


Dieser Luftschutzstollen verfügte über 4 Eingänge, einer führte von der Rainbergstraße aus in den Berg, welcher heute abgemauert ist: Er diente Militärangehörigen aus der Riedenburgkaserne als Zufluchtsort, ein kleiner Teil war auch für 200 Zivilpersonen vorgesehen.

1994: Der Cave Club pachtet alle Räume des ehemaligen Luftschutzbunkers und etabliert den mittlerweile ältesten Technoclub der Welt.
2001: Die Cave Club Gastronomie GmbH wird gegründet und betreibt seither die neu kollautierte Kavernenanlage.


In der Öffentlichkeit wurde der Rainbergkeller schlicht als Cave Club wahrgenommen. Die international geachtete Arbeit des Cave Clubs spiegelte jedoch nur einen geringen Teil der gesamten Aktivitäten im Rainbergkeller wieder.