Mittwoch, 29. März 2017

Lostplace Sheepskin

Wieder begeben wir uns auf eine Zeitreise dieser Ort ist schwierig zu erkunden, völlig umgeben von Häusern, jedoch zugewachsen mit wilden Zwetschgenbäumen. Wir spazieren unauffällig vorbei und in einem unbeobachteten Augenblick schleichen wir durchs Dickicht zur Haustüre, verschlossen!
Wir schlendern eine Seitenstraße entlang in der wir hinter das Gebäude gelangen, unsere Augen Tasten die Umgebung ab, schnell schnell, niemand da auf zum Haus! Wir treten in einen dunklen Stall, ein Schaffell am Boden, im erste Augenblick erweckt es den Anschein, dass das Tier hier verendet sein könnte. Unsere Blicke richten sich Richtung Hintertür, niemand zu sehen, ich wage den mit Lianen verwachsenen Weg zur Türe und drücke die Klinke nach unten, offen!
Mit dem Betreten dieses Ortes tauchen wir in eine Jahrzehnte lang unberührte Zeitkapsel ein durchstoßen ein Zeitfenster in eine längst vergangene Zeit unserer Großväter und Urgroßväter.
Ich drücke die Türe nach innen und gleich hinterbei blicken wir in ein schwarzes Loch, eine offene Falltüre. Wir treten die Stufen ins Dunkle, in einen kleinen Keller. Durch eine kleines Fenster fällt spärlich Licht in den Keller, an der Decke eine kleine Fledermaus, in einer Nische stehen Flaschen mit unbekannten Inhalt. 
Im Vorraum ein Waschbecken, dass besondere ist, die Wasserzufuhr erfolgte per Handpumpe. Die Küche ein schmaler Gang kaum Eineinhalb Meter breit, wird von der Rauchkammer dominiert, im Regal alte Flaschen Gläser, ein Bügeleisen und ein Liederquell Gesangsbuch.
Die Stube nebenan hat die besten Tag hinter sich, von der Decke hängen Balken und Bretter und drohen jeden Moment von ihr zu fallen. In der Ecke ein besticktes Tuch im Herrgotts Winkel, auf dem zu lesen ist: An Gottes Segen ist alles gelegen.
Vis-a-vis ein verwaister Kachelofen mit Kochplatte anbei ein Tisch, hier finden wir Partezetteln und andere Schriftstücke in der Feuerlade aus längst vergangenen Tagen.
Ein Raum weiter hinter der Türe ein kleiner Ofen eine Anrichte und mit beschrifteten Laden. Lorbeerblatt, Zwiebeln,...
Im Gang führt uns eine steile Treppe empor auf alten Bauerntruhen liegen Heiligenbilder, jedoch die Truhen sind leer.

Mit äußerster Vorsicht betreten wir den nächsten Raum, und überprüfen jeden unserer Schritte, denn man sieht bereits durchs Dach, dementsprechend sind die Bretter mit Achtsamkeit zu betreten.
Die weißen Wände ziert ein Blumen Walzenmuster, über drei kleine Stufen gelangt man über den Stall, wieder liegt hier ein altes Schaffell am Boden.
Am Ende des Ganges eine Holzleiter. Ich steige Sprosse für Sprosse nach oben, und betrete den Bretterboden, plötzlich unter mir, ein Kracher! Ein Brett hat sich von der Unterseite der Decke gelöst und beinahe den unten stehenden Kollegen getroffen! Es fällt über die Treppe ins Erdgeschoss und zerberstet am Boden. Der Dachboden scheint tückisch zu sein, und so beschließe ich nach einen kurzen Rundblick wieder nach unten zu steigen. Eine breite Holztreppe führt uns nach unten, direkt zu einem Hinterausgang, hier im letzten Winkel des Hausen fast versteckt das stille Örtchen, von Napoleon bewacht.

Wir beschließen diesen Ort so zu verlassen wie wir gekommen waren, auch solche kleinen Orte können eine ganz schöne Abenteuer Zeitreise bieten!
https://vimeo.com/214507413

Donnerstag, 9. März 2017

Kremsmünster Lettenmayrhöhle 1673/1

Die Lettenmayrhöhle, dieses Naturdenkmal ist eine diluviale "eiszeitliche" Uferhöhle und ist 45 Meter lang, und befindet sich in einem aufgelassenen Steinbruch in Kremsmünster. Die ausgespülte Konglomeratfelswand, wurde in den Jahren 1880/81 bei Steinbrucharbeiten auf dem Grund des Baumeisters Lettenmayr entdeckt. Sie misst rund 25 x 20 m und barg Waffen aus der Hallstattzeit, Scherben von Tongefäßen sowie auf über 2000 Knochen des Höhlenbären (Ursus spelaeus)
Schon in der Barockzeit lösten die bei Steinbrucharbeiten gefundenen Schädel dieses  „vorsintflutlichen Tieres“ Staunen aus. Der Unterschied zu heutigen Bären ist so groß, dass damals an eine Zuordnung zu dieser Gattung nicht zu denken war. Die ersten Funde werden 1722 gemeldet.
Selbst Kaiser Franz Josef I. wurde bei seinem Sternwartebesuch auf diesen Fund aufmerksam. Othenio Abel, der sich selbst scherzhaft als "Pater Ursi" bezeichnete, montierte für die paläontologischen Sammlungen aus verschiedenen Individuen ein beinahe vollständiges Skelett eines erwachsenen Männchens.
Schädel von Ursus spelaeus,
Lettenmaierhöhle, Kremsmünster
Foto: P. Amand Kraml
 

Die Besonderheit dieser Höhle liegt darin, dass hier ein pleistozänes Sedimentgestein, die sogenannte "weiße Nagelfluh", verkalktes Konglomerat, Karsterscheinungen aufweist. Der Höhlenraum ist realtiv niedrig überspannt von einer 20 Meter breiten Halle. Außer zahlreichen Bären- und Kleinsäugerknochen wurden bei den Grabungen 1881 ein teilweise übersinterter Eisendolch, sowie eine eiserne Lanzenspitze sowie Keramik gefunden, die vermutlich  der Hallstattzeit zugeordnet werden können.
Der Boden war urspünglich ein einer Sinterdecke bedeckt, unter welcher der Knochenführende Höhlenlehm an manchen Stellen zum vorschein kam. Heute ist von dieser Situation kaum mehr etwas zu sehen, weil die Höhle von Raubgräbern und Mineraliensammlern ausgeplündert wurde.
Daß aus der Lettenmayrhöhle einst ein reiches Höhlenbären-Material geborgen wurde, ist in der Schausammlung des Stiftsmuseums gut dokumentiert. Im Jahre 1946 und 1947 wurden die phosphatischen Sedimente der Lettenmayrhöhle für Düngezwecke abgebaut.

Die Höhle steht heute unter strengen Schutz und darf nicht betreten werden! 
Ein Loch in der linken Wandseite wurde 2017 bei einer Kontrolle provisorisch mit Baugitter verschlossen.

Mittwoch, 8. März 2017

Lostplace Bones


Kurz nach Anbruch der Dunkelheit treffen wir bei unserem heutigen Zielobjekt ein und gehen im Schein vorbeifahrender Autos einen alten Wiesenweg zum Hof der in mitten in eines alten

Obstgartens eingebettet liegt, die Eingangstür ist nur angelehnt und gibt nach einem kurzen Ruck, den Eingang frei, so durchschreiten wir erneut ein Zeittor in die Vergangenheit.
Gleich führt Treppe nach unten, sie erweckt zu allererst unsere Neugier, der Keller steht leer, und an ihm mag man bereits erkennen das dieses Haus seine besten Jahre lange hintersich gelassen hat, Einsturz Gefahr! Wie so oft. Wir queren den Gang, Wind druchfährt die Gemäuer, hinter der nächsten Türe stehen wir in der Stube. Ein schöner Alter grüner Kachelofen und ein mit Löchern durchsetzter Diwan ist alles was uns darinnen erwartet, doch in einer  Nische entdecken wir eine alte Tischlade voll mit Patezetteln, einer älter als der andere. Sie berichten oftmals von den Schicksalen gefallener Soldaten des zweiten Weltkrieges.
Mehrmals müssen wir unsere Lichter dimmen, da wir nahe an bewohnten Häusern und einer befahrenen Straße sind, und der Schein unserer Lampen zu viel Aufmerksamkeit erregen würde.
 



Langsam öffnen wir die nächste Türe, eine Küche wie aus lang vergangener Zeit, ein
beeindruckender gemauerter Ofen, und eine Überdimensionale Räucherkammer.

Der Ofen zum Befeuern ist noch sehr gut erhalten, die Eisentüren gute Handarbeit, anbei eine Wasserstelle mit Hahn und ein Backrohr das an die zwei Meter in die Tiefe reicht.
Zwei Schritte weiter führt eine Falletüre in der Küche in einen Lagerraum unterhalb, von dort gelangt man direkt in den Innenhof, wo ein alter Holz Ladewagen abgestellt wurde.
Wir durchstreifen den Schweine und Rinderstall, draußen im Hof auf einer schrägen Anhöhe das Stille Örtchen. In vielen Häusern dieser Epoche oftmals nicht voranden, da der Misthaufen als Abort diente. Zurück im Haus suchen wir weiter und finden eine Türe die uns nach oben führt, unzählige uralte Flaschen stehen auf der alten Holztreppe, darunter "Jungfern Oel", wieviele Jungfrauen hier wohl gelebt haben mögen :)
Vorsichtig tasten wir uns die Treppe nach oben, man spürt den Windzug durch die Dunkelheit fauchen, das erste Licht das den Boden berührt lässt die Alarmglocken läuten, und fällt in einen darunter liegenden Raum, Vorsicht ist bei jedem Schritt angesagt. Viele Flaschen bedecken den Boden sowie alte Zeitschriften, eine Maschine die keiner von uns je gesehen hat, sie ähnelt einer Nähmaschine. Im der Ecke ein Fass, neugierig nähern wir uns. Nach dem ersten Blick hinein erschrecken wir! Es ist gefüllt mit hunderten Knochen, Schweineschädel und Zähne blicken uns zuhauf entgegen.


Früher wurden selbst die Knochen der Tiere zu hundert Prozent verwertet und durch eine Knochenmühle zerkleinert und als Dünger, so genanntes Knochenmehl auf Feldern aufgebracht, dies könnte diesen sonderbaren Fund erklären.
Gleich nebenbei eine Kutsche mit einer kaum mehr leserlichen Aufschrift (Rettungs Abteilung vom roten Kreuz) wie lange muss dies wohl her sein, das die Rettung per Kutsche unterwegs war? Dahinter ein alter Bauernkasten und Tisch. Über ein Brett balanciert man in den nächsten Raum, der Boden knarrt bei jedem Tritt, ein alter Mantel hängt in der Ecke, in der Mitte des Raumes ein Troadputzer mit dem die Spreu vom Korn getrennt wurde.
Über die steile Stiege hinab muss jeder Schritt mit bedacht gesetzt werden, über den Schutt einer eingestürzten Wand gelangen wir ins ehemalige Schlafgemach in dem zu unser großen Freude ein Bett und ein altes Radio steht.





Im Bett liegen viele alte Zeitungen, Bücher und Zeitschriften verstreut, darunten historische Ansichtskarten aus Steyr und Weyer. Auf der Kommode nebenbei liegen alte Gebrauchsgegenstände wie Besteck, Fläschchen eine Schere und vieles mehr.


Es wird nun Zeit das Tor zur Vergangenheit für heute zu schließen und den Heimweg anzutreten, das Adrenalin in unseren Adern lässt nach, und Müdigkeit überkommt uns, draußen hat es mittlerweile zu regnen begonnen und taucht die Nacht in tiefes Schwarz. So wie wir gekommen sind verlassen wir diesen Ort, der wieder einmal der Zeit entrissen wurde und uns seine Geschichte erzählt hat.
https://vimeo.com/207928899