Kurz nach Anbruch der Dunkelheit treffen wir bei unserem heutigen Zielobjekt ein und gehen im Schein vorbeifahrender Autos einen alten Wiesenweg zum Hof der in mitten in eines alten
Obstgartens eingebettet liegt, die Eingangstür ist nur angelehnt und gibt nach einem kurzen Ruck, den Eingang frei, so durchschreiten wir erneut ein Zeittor in die Vergangenheit.
Gleich führt Treppe nach unten, sie erweckt zu allererst unsere Neugier, der Keller steht leer, und an ihm mag man bereits erkennen das dieses Haus seine besten Jahre lange hintersich gelassen hat, Einsturz Gefahr! Wie so oft. Wir queren den Gang, Wind druchfährt die Gemäuer, hinter der nächsten Türe stehen wir in der Stube. Ein schöner Alter grüner Kachelofen und ein mit Löchern durchsetzter Diwan ist alles was uns darinnen erwartet, doch in einer Nische entdecken wir eine alte Tischlade voll mit Patezetteln, einer älter als der andere. Sie berichten oftmals von den Schicksalen gefallener Soldaten des zweiten Weltkrieges.Langsam öffnen wir die nächste Türe, eine Küche wie aus lang vergangener Zeit, ein
beeindruckender gemauerter Ofen, und eine Überdimensionale Räucherkammer.
Der Ofen zum Befeuern ist noch sehr gut erhalten, die Eisentüren gute Handarbeit, anbei eine Wasserstelle mit Hahn und ein Backrohr das an die zwei Meter in die Tiefe reicht.
Zwei Schritte weiter führt eine Falletüre in der Küche in einen Lagerraum unterhalb, von dort gelangt man direkt in den Innenhof, wo ein alter Holz Ladewagen abgestellt wurde.
Wir durchstreifen den Schweine und Rinderstall, draußen im Hof auf einer schrägen Anhöhe das Stille Örtchen. In vielen Häusern dieser Epoche oftmals nicht voranden, da der Misthaufen als Abort diente. Zurück im Haus suchen wir weiter und finden eine Türe die uns nach oben führt, unzählige uralte Flaschen stehen auf der alten Holztreppe, darunter "Jungfern Oel", wieviele Jungfrauen hier wohl gelebt haben mögen :)
Vorsichtig tasten wir uns die Treppe nach oben, man spürt den Windzug durch die Dunkelheit fauchen, das erste Licht das den Boden berührt lässt die Alarmglocken läuten, und fällt in einen darunter liegenden Raum, Vorsicht ist bei jedem Schritt angesagt. Viele Flaschen bedecken den Boden sowie alte Zeitschriften, eine Maschine die keiner von uns je gesehen hat, sie ähnelt einer Nähmaschine. Im der Ecke ein Fass, neugierig nähern wir uns. Nach dem ersten Blick hinein erschrecken wir! Es ist gefüllt mit hunderten Knochen, Schweineschädel und Zähne blicken uns zuhauf entgegen.
Früher wurden selbst die Knochen der Tiere zu hundert Prozent verwertet und durch eine Knochenmühle zerkleinert und als Dünger, so genanntes Knochenmehl auf Feldern aufgebracht, dies könnte diesen sonderbaren Fund erklären.
Gleich nebenbei eine Kutsche mit einer kaum mehr leserlichen Aufschrift (Rettungs Abteilung vom roten Kreuz) wie lange muss dies wohl her sein, das die Rettung per Kutsche unterwegs war? Dahinter ein alter Bauernkasten und Tisch. Über ein Brett balanciert man in den nächsten Raum, der Boden knarrt bei jedem Tritt, ein alter Mantel hängt in der Ecke, in der Mitte des Raumes ein Troadputzer mit dem die Spreu vom Korn getrennt wurde.
Über die steile Stiege hinab muss jeder Schritt mit bedacht gesetzt werden, über den Schutt einer eingestürzten Wand gelangen wir ins ehemalige Schlafgemach in dem zu unser großen Freude ein Bett und ein altes Radio steht.
Im Bett liegen viele alte Zeitungen, Bücher und Zeitschriften verstreut, darunten historische Ansichtskarten aus Steyr und Weyer. Auf der Kommode nebenbei liegen alte Gebrauchsgegenstände wie Besteck, Fläschchen eine Schere und vieles mehr.
Es wird nun Zeit das Tor zur Vergangenheit für heute zu schließen und den Heimweg anzutreten, das Adrenalin in unseren Adern lässt nach, und Müdigkeit überkommt uns, draußen hat es mittlerweile zu regnen begonnen und taucht die Nacht in tiefes Schwarz. So wie wir gekommen sind verlassen wir diesen Ort, der wieder einmal der Zeit entrissen wurde und uns seine Geschichte erzählt hat.



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