Sonntag, 29. Juli 2018

Hinterstoder Kreidelucke 1628/2



Am Ostfuße des Kleinen Priel nahe Hinterstoder dem linken Flußufer folgend, gelangt man zum Eingang der Höhle die unter Denkmalschutz steht, es besteht ein strenges Betretungsverbot!
Jedoch ist es möglich die Höhle im Rahmen einer >> geführten Tour zu befahren!


Die Naturhöhle wurde erstmals wissenschaftlich durch Hans Hauenschild erforscht.
Die Kreidelucke war schon frühzeitlich im Jahre 1828 bekannt, auch Spuren von "Schatzgräbern" lassen sich nachweisen. Höhlensagen >>1 >>2 über die Kreidelucke erwähnen, wie etwa weitere Ausgänge, erzählen von einer Schatztruhe die von einem schwarzen Hund bewacht wird, und natürlich vom Teufel. Tatsächlich ist erwiesen, dass es keine Verbindungen unter dem Berg hindurch gibt.

Die Kreidelucke ist eine aktive Wasserhöhle, an der anschaulich zu sehen ist, die Löslichkeit des Gesteins wie Trias und teilweise Juraskalken des Dachsteinkalkes, die durch Schichtfugen und kluftartige Verwerfungen sowie durch kohlesäurehaltiges Wasser rasch erweitert wird.

Das Kreidehöhlensystem besteht aus einer Reihe von weiten und niedrigen Schichtfugenräumen die miteinander durch Gänge verbunden sind, die Errosionsbasis beruht rein auf den fließenden Kräften des Wassers. Die Verbruchvorgänge gewinnen erst mit zunehmender Breite der Gänge an Bedeutung.
Die Hauptgänge der Kreidelucke laufen entlang von Verwerfungen (NO-SW) was typisch ist für solche Höhlensysteme.

Von Gesamtsystem sind nur 1160m Höhlengänge bekannt wobei der höchste Punkt (Lehmschacht) 51m über dem Eingang liegt, und der tiefste -25m (Steile Schichtfuge).
Die Wässer der Kreidelucke und des nahe liegenden Schwarzenbach hängen zusammen, bei Hochwasser Ereignissen steigt das Wasser im Höhleninneren schnell an, und schießt aus dem Eingang der Kreidelucke.

An Fauna sind Brunnenkrebse, Tausendfüssler, Schnecken, Höhlenbuckelfliegen und Höhlenlaufkäfer gesichtet worden. Die Temperatur liegt im Sommer wie im Winter bei 8,5 °C.
Im Eingangsbereich der Höhle findet man verschiedene Arten von Fledermäusen.

In den 1949/50er Jahren hat sich der Brunnenmacher J. Fröhlich große Verdienste um die Erforschung der Kreidehöhle erworben. Ein Teil der der Höhle, die sogenannte "Fröhlich-Kluft", ist ihm zu Ehren benannt. Die Höhle ist bis heute nicht restlos erforscht, man vermutet hinter einem  Endsiphon weitere Gänge.

 
https://www.kalkalpen.at/system/web/veranstaltung.aspx?bezirkonr=0&menuonr=221353040&detailonr=221748079-2237

http://www.edv-knoll.at/dab/Hoehlenkunde/

Montag, 23. Juli 2018

Molln Hutmannsgraben Bleiglanz

Dem Wettersteinkalk gehören jene Bleiglanz-Vorkommen an, auf welche einst
im Hutmannsgraben am Gaisberg bei Molln, geschürft wurde.
Um 1850 erwähnt Carl Ehrlich in seiner "Geognostischen Wanderung im Gebiet der nördlichen Alpen" einen Bergbau auf Blei am Gaisberg bei Molln, der in die Zeit um 1780 zurückführt. Auch Hans Commenda erwähnt diesen in seinen Kartierungsberichten ebenfalls.
Drei Gruppen mit schönen Klüften dienten am Gaisberg im Hutmannsgraben vermutlich immer wieder dem Eisenabbau.
Der tatsächliche Beginn des Blei-Bergbaus am Gaisberg ist unbekannt, jedoch weis man, dass bereits 1609 dort abgebaut wurde.
Diese Bearbeitung des Berges dauerte bis 1770 wo sie wegen des geringen Ertages aufhörte.



Was davon noch zu sehen ist, dem versuchte ich heute auf den Grund zu kommen.
Also folgte ich den tiefen Hutmannsgraben steil nach oben um Überreste dieses Bergbaues aufzuspüren. Im oberen Graben stößt man bereits auf einige Spuren.
Es ist ein steiler Pfad der nur mit geschulten Auge nicht verloren wird. In den Felswänden unter dem Gaisberg ist die Gefahr groß, von herab fallenden Steinen erschlagen zu werden, oder den Halt zu verlieren und Abzustürzen!!


Doch laut Werneck dürfte der Abbau auf Bleiglanz nicht über das Schürfstadion hinaus gegangen sein. Er schreibt: "auf Blei bestand noch vor 70 Jahren ein Bergbau am Gaisberge, an welchen Betrieb noch gegenwärtig einige Namen erinnern, wie der zu den Stollen führenden Hutmannsgraben."


Zu erst fand ich Rechtsseitig etwa 50m neben dem Pfad an einer niederen Felsstufe eine kleine Höhle die wohl künstlich erweitert wurde. Weiter oben wo der Pfad sich zur Felswand neigt eine weitere Höhle direkt am Wandfuß, Zugluft bläßt einem entgegen, ein Schädel liegt in einer Nische, vermutlich der Größe nach zu Urteilen der einer Hirschkuh.
Über eine Stufe in der Höhle öffnet sich ein Kamin hier sieht man Tageslicht durch einen Spalt eindringen.
Ich folge dem Wandfuß, und stoße wenig weiter auf ein Loch, eindeutig ein von Menschenhand in den Fels getriebenen niedrigen Stollen von 10-15m Länge. Am Boden ein Bandfüßler "Polydesmus collaris", "Meta Menardi", und eine unbestimmter Falter. (vermutlich "Biston betularia f. carbonaria").
Dem Steig ist kaum zu folgen, immer wieder verliert er sich, über eine Schotterrinne steil nach oben soll der Pfad einst gegangen sein, ich versuche ihm nach Gespür zu folgen. Über mir in der Felswand erkenne ich Wildspuren, ein Gamssteig führt mich zu einer großen Kluft die immer größer wird, im Inneren zweigt ein kurzer Stollen nach unten ab, eindeutig wurde hier vom Menschenhand erweitert. Ich finde eine schön erhaltene Lichtnische und Abbruchspuren.

Lichtnische
Abbauspuren
Ein erkennbarer Steig führt von hier an der Wand entlang tiefer hinab zu einem Vorsprung, rechts unterhalb ist eine Verschneidung im Fels in welcher ein niedriger Stollen ins Innere führt. Auch oberhalb des selben scheint man versucht zu haben tiefer in den Fels schürfen.


Am Gaisberg durfte Sebastian Wurschenhofer mit Erlaubnis der Stände Bleiglanz abbauen mit der Auflage:"sogleich Kugeln zu gießen wegen der Annäherung der passauischen Feinde."


Bleiglanz "dürfte" jedoch in Oberösterreich zwar nie Bergmännisch gewonnen worden sein, doch einige Eintragungen in den Akten der Eisenobmannschaft Steyr und verschiedene Stiftsarchive deuten auf eine systematische und letztlich erfolgreiche Suchtätigkeit auf dieses Mineral im 18. und 19 Jahrhundert hin. *dürfte*


Nahe der Zinganell Alm scheint erfolglos Prospektiert worden zu sein. Ein sehr niedriger kurzer "Stollen" könnte davon zeugen.


http://www.zobodat.at/pdf/OOE-GEO_10_0021-0026.pdf

http://www.edv-knoll.at/dab/Hoehlenkunde/

Montag, 16. Juli 2018

Lostplace Schnapsdrossel

Die Dunkelheit hat sich bereits über das Land gelegt, als wir uns einem alten Haus durch hohes feuchtes Gras nähern. Die Türen sind fest verschlossen, einzig der ehemalige Stall steht offen. Ein Oldtimer Motorrad wurde hier vor langer Zeit abgestellt, nicht einmal mehr die Marke lässt sich erkennen.
Über ein Loch welches wir im Dach erblicken, klettern wir ins Innere, und schon stecken wir wieder mitten in einer neuen Zeitreise!
Alles scheint seit vielen Jahrzehnten unberührt wir besichtigen Zimmer für Zimmer, alte Werkzeuge welche heutzutage niemand mehr zu gebrauchen weis, stehen wie in einem Museum herum.
Immer wieder passiert es, daß uns so mancher Fund ins staunen versetzt, wie die vielen großen Glasbehälter voller Schnaps, die im Haus gehortet werden. Uralte Kästen, in einem verbirgt sich ein ganz besonderer Schatz, ein Koffer in welchen sich eine alte Violine befindet.



Jeder Raum ist vollgerammelt mit Alltagsgegenständen aus ferner Vergangenheit.

Selbst im Dachgeschoss verspüren wir einen Hauch von Museum, besonders dieser alte Kinderwagen sticht uns ins Auge.
Der Bewohner scheint sich einst der politischen Sache verschrieben zu haben, der einem kommunistischen Weltbild nacheiferte,  jedoch aber seinen...
...christlichen Glauben nie abstreifen konnte.
Fledermäuse haben das Haus vom Keller bis zum Dachboden in Besitz genommen und schwirren dicht über unsere Köpfe.


Die Hausapotheke mit diversen Heilmitteln leuchtet in schrillen gifitgen Farben aus dem Schrank, Tabletten, Ampullen diverse Mittelchen alles findet sich hier.
Das Haus ist eng und verwinkelt, steile Treppen wechseln die Stockwerke.
Die vielen Heiligen Bilder verleihen dem Ort etwas andächtiges, als ob die Wände Augen hätten um unsere Treiben zu verfolgen, wir fühlen uns ständig beobachtet.
Genosse Lenin starrt uns mit grimmigen Bilck von einem alten 1 Rubel Geldschein entgegen, nebenbei am Sofa eine Mumie, ein verendete Maus.
Wir haben völlig das Gespür für Zeit verloren,  unsere Augen leuchten vor Freude und entdecken immer Neues, jedoch ist der Zeitpunkt gekommen, daß Zeitfenster zum Leben unserer Urgroßeltern zu schließen, wir verlassen diesen Platz und überlassen ihn sich selbst, der nahenden Zeit und des Verfalls.

Mittwoch, 11. Juli 2018

Molln Maulaufloch 1665/9

Die Höhle ist eine aktive Wasserhöhle, die schwierig und gefährlich zu befahren ist. Sie ist inzwischen auf einer Länge von knapp 500 Metern vermessen.
Das „Maulaufloch “ besitzt selbst bei Trockenheit eine konstante Schüttung, sie entwässert vermutlich das gesamte Ebenforstplateau und schüttet zwischen 5 und 500 Sekundenliter;

Es gibt zwei Öffnungen, aus der unteren läuft ständig Wasser, die Quelle zählt zu den stark schwankenden Austritten; bei Hochwasser aktiviert sie eine normalerweise trockenliegende begehbare Höhle 12m über dem unteren Quellaustritt.
Das Wasser ist sehr klar, der Nitratgehalt zeigt sich etwas erhöht, aber immer noch weit unterhalb jeder Bedenklichkeit. Jedoch aus mikrobiologischer Sicht führt die Quelle kaum Wasser in Trinkwasser Qualität!


Das betreten dieser Höhle ist verboten, es besteht Lebensgefahr!!