Donnerstag, 21. September 2017

Linz Spallerhof

Ab 1944 erfolgen insgesamt 22 Bombenangriffe auf Linz.
Auch der Spallerhof bereitet sich auf Luftangriffe vor. Um die stark befahrene Hanuschstraße vor Angriffen zu sichern, werden hier Nebelanlagen eingesetzt. Bei Luftangriffen suchen die Spallerhofer Schutz im Bunker am Andreas-Hofer-Platz, der dem Spallerhof am nächsten gelegen war.. Auch am Spallerberg wurde an einem Stollen gebaut, für den Bau wurden ab Herbst 1944 Häftlinge eingesetzt. Kurzfristig wurden wegen der Bombenangriffe auf die HGW im November 1944 die Locherei und Teile der Hollerithmaschinen auf den Spallerhof ausgelagert. (Rathkolb,Reiterer)

Warnungen vor bevorstehenden Angriffen wurden über Radio gesendet. Wenn es hieß "Angriffe auf Kärnten-Steiermark", wussten die Linzer, dass sie sich in Sicherheit bringen mussten.
Noch vor Fertigstellung des Stollens kam jedoch Ende April 1945 als einer der schwärzesten Tage in der Linzer Stadtgeschichte. Bereits am Morgen dieses sonnigen Frühlingstages – also ungewöhnllich bald – kam aus dem "Volksempfänger" die gewohnte Unheilmeldung: "Einflug starker anglo-amerkianischer Kampfverbände in den Raum Kärnten-Steiermark". Dieser geographische Hinweis “Kärnten-Steiermark” hatte für die Linzer die gleiche Schockwirkung wie für die Wiener der bekannte “Kuckuck”. Er besagte nichts anderes, als daß Linz oder auch Wels und Steyr wieder mal "dran waren". Normalerweise erfolgt pro Tag nur ein einziger Angriff.
Der letzte allerdings, am 25.4.1945, verlief anders als die 21 vorangehenden.

"Beim schwersten Luftangriff auf Linz flüchteten die Spallerhofer zunächst in den Bunker am Andreas-Hofer Platz. Als Entwarnung gegeben wird, machen sie ich auf den Weg zurück zum Spallerhof. Anders als sonst folgt an diesem Tag jedoch ein zweiter Angriff. Die Bomber fliegen bis zur tschechischen Grenze, kehren um und starten ihren zweiten Anflug auf Linz. Den Spallerhofern bleibt nichts anderes übrigals im noch nicht fertiggestellten Stollen auf der Spallerbergkuppe Zuflucht zu suchen. Als sicher kann der aber nicht gelten, da er in weichen Lehmgrund gegraben wurde."
Im Fertigausbau sollte dieser Stollen 5100 Personen Schutz bieten, jedoch wurde bis Kriegsende eine maximale Ausbaulänge von 228m erreicht.
Glimpfingerstraße
Im letzten Kriegsjahr wurde hier erst mit dem Stollenbau begonnen, der für viele Spallerhof-Bewohner fast zu einem Massengrab geworden wäre. Er wurde von zwei Seiten, im Norden im Bereich des heutigen Hornikweges und im Süden am Hausleitnerweg westlich der Schule in Lehm gegraben, ein nach unten zu geneigter Stollen!  Wobei sich die beiden Stollen irgendwo unter der Kuppe des Berges vereinigen sollten.

Die erste Chirstuskirche der evangelischen Pfarrgemeinde Linz-Süd war als schmuckloser Bau. Die Kirche begann sich jedoch zu senken, weil man übersehen hatte, dass sich unter dem Grundstück ein Stollen aus der NS-Zeit befand. 1972 musste sie deshalb abgerissen werden. Am Vorplatz der heutigen Kirche erinnern die drei Glocken an dieses Ereignis


Richtig spannend wird es aber dann noch ein kleines Stückchen weiter und dann links durch den Torbogen im Innenhof des Gebäudes Glimpfingerstraße 69. Hier befindet sich nicht nur die erste Tiefgarage vom Spallerhof. Ein Stückchen weiter im Hof auf der linken Seite sieht man mitten in der Wiese einen Zaun mit der Aufschrift „Betreten verboten“. Dieser Zaun wurde vor 20 – 30 Jahren aufgestellt, da der darunterliegende Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg einzustürzen drohte. Passiert ist nie etwas – weder hat das Erdreich nachgegeben noch wurde der Bunker, wie in den anderen Höfen, zugeschüttet. 

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Ein Splitterschutz Deckungsgraben im Kaplanhof-,Spitalsviertel musste einem Neubau der Wohnungsgesellschaft GWG in Derflingerstaße weichen, um Platz für eine Tiefgarage zu schaffen.
Leider konnten wir nur mehr einen Teil der Anlage begutachten, da die Bagger schneller waren.
Privat Aufnahme

Am 27.Dezember 1944 kam es zu jedoch einem Treffer und es gab Tote! Bei den Opfern handelte es sich um Tischler der Wehrmachtstischlerei, welche Attrappen von Fliegerabwehrgeschütze aus Holz imitierten, ebenso unter den Opfern eine 66jährige Frau, Namens Anna Viehböck die durch die Druckwelle an die Wand  geschleudert wurde, und ihren Verletzungen erlag. Ihr Ehemann ein Schuhmacher überlebte den Bombentreffer.





Quelle: OÖ Nachrichten

Dienstag, 19. September 2017

Lostplace Chaos

Schon oft sind wir an diesem verlassenen Haus vorbei gefahren ohne zu Halten, heute Nacht war es nun soweit, um sich Vorort umzusehen. Eine Runde mussten wir um dieses Haus drehten ehe wir  den Eingang fanden. Der Zugang zur Eingangstüre ist bereits dicht verwachsen, die Natur ergreift unhaltsam davon Besitz, und als wir ums Eck bogen, standen wir auch schon vor der leicht offen stehenden Türe.

Wenige Meter dahinter, im Gang, liegt der Abstieg in den Keller offen vor uns, ein Blick nach unten bringt einen ersten Eindruck was uns hier erwarten wird, der ganze Kelleraum ist aufgefüllt mit unnützen Gerümpel...
 
In der Wohnküche fehlt der Boden und scheint mit einer Lehmigen Schicht überzogen zu sein, als ob einst Wasser ins Haus eingedrungen ist, alle Küchengeräte sind noch immer vorhanden, es herrscht blankes Chaos.
Das Licht unserer Lampen erfasst Unmengen an leeren Verpackungen von Fertigfraß, hunderte Zigarettenkippen liegen verstreut am Boden, ein eigenartiger, ekliger Geruch betäubt unsere Nasen.
Schimmel färbt bereits die Wände, im Bett liegen zwischen schmutzigen Kleidungsstücken einige Pornohefte sowie dergleichen Videomaterial, und jedemenge Rechnungen die wohl nie beglichen wurden.



Wir folgen einer steilen engen hölzernen Treppe empor ins Dunkle der Nacht.
Der Dachboden besteht aus drei Räumen, einer scheint als Werkstatt genutzt worden zu sein, über einem Heiligenbild stehen eine Unmenge an Lackdosen.




Ein Fahrrad lehnt hier am Boden und anders nutzloses Zeug, jedoch erregt unsere Aufmerksamkeit  eine große Holzkiste mit teils Kyrillischen Schriftzeichen. Die Kiste mutet militärisch an, vermutlich lagerte darin ein Nachtsichtgerät russischer Bauart welches leider bereits entwendet wurde.


Unsere Nasen brauchen nun dringend frische Luft, so verlassen wir diesen Ort noch im Dunkel der Nacht, und lassen dies Chaos hinter uns!

Sonntag, 17. September 2017

Cres Jama Campari

Die Campari jama ist die am besten erforschte Höhle auf der lnsel. Überreste eines prähistorischen Bären wurden hier gefunden, außerdem leben hier zwei endemische Käferarten.
Nur die ersten zwei Räume des Höhlensystems sind ohne technische Hilfe zugängig, weitere befinden sich über 100 Meter tiefer!

 

 






Archeologische Funde in den Höhlen bei 'Campari' und 'Jami na Sredi' auf der Insel Cres und 'Vela Jama' auf der Insel Losinj haben nachgewiesen, dass diese Inseln mit dem Festland von Istrien verbunden waren, als in prähistorischen Zeiten der Meerespegel viele Meter tiefer lag als heute, es waren also keine Inseln. Der Beweis dafür fand man mit den Skeletten ausgestorbener Säugetiere, welche man in diesen Höhlen fand.
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