Mittwoch, 2. September 2015

Linz Rudolfstollen

Der Rudolfstollen wurde 1944 von den Nazis als Luftschutz-Stollen zum Schutz der Linzer Bevölkerung vor Bombenangriffen in Granitgneis geschlagen. Er liegt in einem Hügel in Urfahr, dem Spatzenberg und konnte 3600 Menschen aufnehmen. Heute steht er zusätzlich unter besonderem Schutz, und ist somit komplett gesperrt!


Ab dem letzten Haus begann die Urfahrwänd, von dort waren es einige 100m bis zu dem Steinbruch im Spatzenberg. An der steilen Felswand gibt es noch einen Eingang, der mit einer unscheinbaren verzinkten Blechtür verschlossen ist. Wenn man den Steinbruch betritt ist der Eingang rechter Hand in der Steilwand. Durch den Straßenausbau ist dieser Steinbruch jedoch fast verschwunden, nur mehr eine kleine Fläche ist vorhanden. Auf Grund der Geologischen ungünstigen Lage in Nordberich (Spatzgasse) des 1,3 km langen Stollensystems musste der Gang mit Ziegel ausgemauert werden, da an der Oberfläche sich Einfamilienhäuser mit Gärten befinden. Eine Inschrift wurde gefunden die beweist, dass diese Arbeiten von Italenischen Militärinternierten durchgeführt wurden.

Foto: Heiner Thaler
Der Zivilschutz ist eigentlich Bundesangelegenheit, Investitionen und Erhaltung von Zivilschutzanlagen obliegen daher dem Bund. Dennoch hat die Stadt Linz im Rudolf- und Schloßbergstollen Absicherungsmaßnahmen auf eigene Kostenvorgenommen.
http://www.zobodat.at/pdf/DENISIA_0038_0001-0099.pdf
Eine Besonderheit des Stollens ist der zweite Nachweis von Wurzelstalagmiten in Österreich.
Im Stollen wurden bereits mehr als 40 verschiedene Tier nachgewiesen.
Der Stollen wird also nicht nur aus Sicherheitsgründen verschlossen bleiben!
2007 hatten Unbekannte ein Loch in die Türe "geschnitten". Ein Grossteil des Stollens ist reich versintert. Der Wurzelstalagmit befindet sich in einem tagnahen aphotischen Teil des Stollens, in der Nähe eines Ausgangs, der in den Steinbruch führt.
Regelmäßige werden Probenahmen und Messungen des Untertageklimas im „Stollenlabor Rudolfstollen“ durchgeführt zur Beobachtung der Entwicklung von in Österreich sehr seltenen Wurzelstalagmiten und Serienmessungen der Kalkausfällung. Der Rudolfstollen in Linz wurde in Zusammenarbeit mit der Karst-u. höhlenkundlichen Abteilung untersucht.
Die Zunkunft des Stollens ist fraglich da die geplante Fortsetzung des Linzer Westrings den Stollen tangieren könnte!

Ausser dem Limonistollen und dem Cembrankeller ist derzeit kein Linzer Stollen offiziell zu befahren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen