Freitag, 12. August 2016

Ebelsberg

Unser Ziel ist es, die noch bestehenden Objekte die aber schon  in Vergessenheit geraten sind, wiederzufinden und zu erforschen. Zahlreiche Stollen und künstliche Höhlen haben wir bereits aufgespürt. Heute besuchten wir einen Erdstollen nahe Ebelsberg, schon im Vorfeld gestaltete sich die Suche etwas schwierig da wir die Angaben zur Lage etwas missinterpretiert hatten. Die Vegetation hatte uns völlig die Sicht genommen, nur ein geschulter Blick ließ uns den Eingang erkennen.
Der Stollen selbst stand offen, er ist etwa 20m lang und wurde nie völlig vollendet. Am Stollenende ließ sich an der Wand die Grenze zwischen Konglomerat und Sandstein schön ablesen, da das Stollenmundloch sich auf Straßenniveau befindet. Im Inneren fanden wir Teile eines Skelettes, die vermutlich einer Katze zuzuordnen sind. Den Zweck der Errichtung konnten wir nicht eruieren, jedoch dürfte er in den 1940ern erbautworden sein.  Weiters besuchten wir einen Splitterschutz - Deckungsgraben im Schiltenwald. Die Liegenschaft am südöstlichen Stadtrand von Linz besteht größtenteils aus Wald. Der abgezäunte Munitionslagerbereich zählt 13 erdüberdeckte Munitions- und Sprengstoffbunker.





Auch in Pichling waren die Auswirkungen spürbar: schon 1938 fasste die Wehrmacht den Beschluss, in Ebelsberg eine Großkasernenanlage (heute: Hillerkaserne, PzStbB 4) zu errichten.
Ursprünglich war das Areal zwischen Wienerstraße und dem Fluß Traun (Panholzerweg) ins Auge gefasst worden und sollte der Unterbringung von SS-Einheiten dienen. Schlußendlich wurde aber nur ein Teil dieser Fläche in den Jahren 1941 bis 1943 verbaut.
Die größte Baumaßnahme stellte die SS-Kasernenanlage dar. Dafür wurde eigens eine Kläranlage beim Panholzerweg errichtet, die noch bis in die 1970er Jahre in Betrieb war, ehe auch die Garnison ans Kanalnetz angeschlossen wurde.  Heute wird das Arial als Bikepark genützt.
Zudem legte die Wehrmacht sowohl im Schlüsselwald als auch am Schiltenberg Munitionslager an. So wurde der gesamte Wald zwischen Ebelsberg und Pichling zur "verbotenen Zone" erklärt.
Als Zufahrt zu den Lagern am Schiltenberg baute man eine zweispurige Straße und einige Nebenstraßen. Dabei wurde das Erdreich 70 Zentimeter abgetragen und mit Granitsteinen des KZ-Lagers Mauthausen aufgefüllt. Einige Fundamente sind heute noch erhalten.
Eingang Bunker
Quelle: Linz Süd





Im Laufe des Krieges wurden auch immer mehr bauliche Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung gegen Bombenangriffe verwirklicht. Einige dieser Luftschutzkeller sind heute noch erhalten. In den Jahren 1944 und 1945 fanden insgesamt 22 alliierte Bombenangriffe mit ca. 8.000 Abwürfen auf Linz statt. Ziel des Bombardements waren primär die Hermann-Göring-Werke, sowie die Stickstoffwerke Ostmark (heute Chemie Linz AG). Insgesamt waren in Linz 1679 Gefallene zu beklagen. Am verheerensten für den Raum Ebelsberg und Pichling waren die Angriffe am 15. Dezember 1944 (schwere und mittelschwere Schäden an 16 Objekten) sowie vo 17. Februar 1945.
Schießscharte (Bunker am Schiltenberg)
Ebelsberg schien danach in einem Polizeibericht als "völlig vernichtet" auf, allein am Schiltenberg verzeichnete die Schloßverwaltung über 120 Krater. 4 Treffer machten die Straße nach Pichling unpassierbar.

Schiltenberg nach dem Luftangriff vom 17.2.1945

Quelle: der Süden von Linz

einer von 2 Schloßstollen Ebelsberg
Josef Weichenberger fand nicht weniger als fünf teilweise sehr interessante Objekte, hier in Ebelsberg, davon zwei Stollen (Schloßpark) , einen unterirdischen Laufgang, einen Großbunker und eine sehr niedrige aber lange und winkelige Lehmhöhle.
http://www.linz-sued.at/index.php?id=264

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