Sonntag, 27. November 2016

Garsten Stifts Gruft

Heute hatte ich wiederholt die Gelegenheit die Gruft unter dem Stift Garsten zu besuchen da diese in der Adventszeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. 
So betrat ich das prächtig in Hochbarock gehaltene  Kirchenschiff ehe am Ende des Mittelgangs die Öffnung ins Dunkle führt.
Vom Mittelgang des Schiffes der Kirche führen sechzehn Stufen zur Gruft hinab, dem Begräbnisort der Garstner Mönche. Sie ist 26m lang und 13m breit und reicht von den Stufen des Kummuionsitters bis zur letzten Bank im Schiff der Kirche. Unten angelangt, fallen uns vor allem rechts und links zwei große Kolumbarien auf das sind Mauerwerke, 2,23m hoch 8,75m lang und 3,45m breit, in welche die Särge der Länge nach hineingeschoben werden. 
Kolumbarien
Zu beiden Seiten der Stiege bis zum Kommunionsgitter befinden sich noch zwei Kolumbarien, im ganzen also deren vier. Vorne unter den letzten Kirchenstühlen steht der Alleeseelenaltar. Biegen wir dort rechts um, so kommen wir zur Gruftkapelle unter dem Kunigundealtar: hier fehlt vermutlich der Sarg des Malers, Reselfeldt und zwei andere Särge, die in die Mauer eingelassen sind. Rechts sehen wir im Kolumbarium die Gräber der Mönche, 24 an der Zahl, von denen fast jedes eine Aufschrift trägt, die den hier Begrabenen Bezeichnen. 

Die nächste Gruftkapelle unter dem Skapulieraltar: im Zweiten Sarg befinden sich Johann Gregorius von Krautten und dessen Gemahlin Eva Regina geb. von Seau ( †1665 bzw †1675) beim Ersten Sarg scheint die Aufschrift verloren gegangen zu sein.
 
 
Im dritten Sarg ruht Johann Konstantin von Kautten (†1713) im vierten Sarg Thaddäus Adam Graf von Kautten ( †1768). mit welcher Berechtigung diese Särge hier untergebracht sind ist unbekannt.
In dem weiteren Kolumbarium sind nur zwei Särge geborgen, 19 Plätze sind unbelegt. In der darauffolgenden Gruftkapelle unter dem Herz-Jesu Altar ist nur der Grundstein, von Abt Roman am 5.Oktober 1677 gelegt, zu sehen.
In der Gruftkapelle unter dem Bertholdialtar befinden sich die sechs Särge der letzten Äbte.
Der letzte Abt Maurus Gordon ( †1786) liegt im nahen Pfarrhofgarten begraben. An diesen Särgen hat die Überschwemmung von 1899 einen nicht wieder gutmachenden Schaden angerichtet. Das Wasser drang in die Gruft und stand in derselben 2m hoch. Während die Särge auf der Nordseite der Kirche durch den einströmenden Sand in diesem sicher gebettet wurden und unversehrt blieben, schwammen die Särge der Äbte im Wasser, kippten um, öffneten sich, und so wurden die Gebeine verstreut. Es konnte nicht mehr garantiert werden ob einzelne Gebeine wieder in der richtigen Sarg zurück gebettet wurden. In den beiden Kolumbarien der Südseite sind noch 21 Gräber. Einst barg die Gruft insgesamt 84 Särge.

Ein Federstreich Josefs II. hat im Jahre 1787 das Kloster Garsten aufgehoben, an dem Jahrhunderte geschaffen wurde.

Quelle: Pfarramt Garsten 1923











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